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Neustift am Walde 69-71

Fakten

Neustift am Walde 69-71

Neustift am Walde 69-71, 1190 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 20

Architekt: Hugo Gorge

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Bei ihrer Errichtung lag diese Anlage im 18. Wiener Gemeindebezirk. Erst Ende der 1930er-Jahre änderte man die Bezirksgrenzen so ab, dass die beiden Heurigenorte Neustift und Salmannsdorf dem 19. Bezirk zugeschlagen wurden, unter anderem weil sie verkehrstechnisch von Döbling aus erschlossen sind. Diese beiden Volkswohnhäuser wurden damals auf bis dahin unbebautem Gelände errichtet. Es kam seither zu mehreren Wohnungszusammenlegungen, doch konnte in den 1990er-Jahren durch den Ausbau des Dachbodens zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus zwei ungefähr gleich großen Gebäuden, deren Längsfronten entlang der Straße verlaufen, die jedoch durch einen kleinen Vorgarten etwas hinter die Baulinie zurückgesetzt sind. Mittig zwischen den beiden Häusern findet sich der Zugang, welcher über einen parallel zur Straße verlaufenden Fußweg auf der die Rückseite der Bauten führt, von wo aus die Haustüren zu erreichen sind. Anschließend erstreckt sich der Garten über eine Böschung recht steil bergan. Sehr schlichte, schmucklose Fassaden verweisen auf den zu dieser Zeit bereits weit verbreiteten Stil der Neuen Sachlichkeit, so sitzen auch die Fenster ohne jede Rahmung in den Fronten. Umso mehr fallen die hangseitig angebrachten, und somit nach Süden ausgerichteten Balkone ins Auge, welche in Richtung des zentralen Zugangs auch über die Ecke gezogen sind.

Der Name

Bis 1894 hatte dieser Straßenzug im Ortskern des alten Weinbauerndorfes, das bereits 1330 erstmals urkundlich erwähnt worden war, Wiener Straße geheißen. Im Zuge der Eingemeindung einiger Vororte Anfang der 1890er-Jahre wurde er zur Erinnerung an den alten Ortsnamen in Neustift am Walde umbenannt.

Sanierung

von 2008 bis 2010

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2008 bis 2010 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Herstellung einer Vollwärmeschutzfassade samt Dachbodendämmung, den Einbau von Holz-Alu-Fenstern und -türen sowie die Instandsetzung der Balkone. Die hinter der Wohnhausanlage befindliche Hangsicherung und die Außenanlagen wurden instandgesetzt.

Architekten

Hugo Gorge - Hugo Gorge (1883-1934) studierte an der Technischen Hochschule sowie der Akademie der bildenden Künste in Wien. Der auch als Designer tätige Architekt war für die Gemeinde Wien beim Bau von mehreren Wohnanlagen beteiligt. Sein wohl bekanntestes Gebäude ist das 1930/32 errichtete Doppelhaus in der Werkbundsiedlung in Lainz.

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