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Schegargasse 17

Fakten

Schegargasse 17

Schegargasse 17, 1190 Wien

Baujahr: 1923-1924

Wohnungen: 58

Architekt: Friedrich Jäckel

Weitere Adressen

Schegargasse 19, 1190 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Bei diesem Wohnhaus handelt es sich um eine der ersten in Wien errichteten Gemeindebauten. Das weitläufige Grundstück hatte schon zuvor der Gemeinde Wien gehört; daher entstand auch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nebenan ein weiterer großer Gemeindebau. Die hier ausgeführte Bauform des Straßenhofes konnte sich in Wien nie so recht durchsetzen und fand auch bei der Architektur der Gemeindebauten nur vereinzelt Nachfolge.

Die Architektur

Auf der straßenseitig recht schmalen, sich weit nach hinten erstreckenden Parzelle wurde ein schlichter Straßenhof mit U-förmigem Grundriss errichtet. Dieser ist durch einen Pfeilerzaun von der Straße getrennt, wodurch der gärtnerisch gestaltete Hof einen intimeren Charakter erhält. Der durchlaufende Sockel, der die Niveauunterschiede des leicht abfallenden Geländes ausgleicht, ist gröber als die restliche Fassade verputzt und durch eine Nut von dieser abgesetzt. Ein durchlaufendes Gesims hebt das Erdgeschoß deutlich von den vier darüberliegenden Stockwerken ab. Die Fenster sind hier einmal nach innen abgetreppt, während in den anderen Etagen die durchgehend dreiteiligen Fenster ohne jede Rahmung in der Fassade sitzen. Das oberste Geschoß weist wiederum ein Gesims auf, welches sich bei den straßenseitigen Fenstern zu Blumenkisten erweitert.

Alle vier Stiegenhäuser der streng symmetrischen Anlage sind vom Hof aus zu betreten: je zwei an den Längsfronten, die rechtwinkelig zur Straße verlaufen, die anderen beiden an der Schmalseite der Hoffassade. Hier ist auch zwischen den beiden Hauseingängen die Gedenktafel für die Errichtung des Bauwerks angebracht. Bei den einander gegenüberliegenden Haustoren springt die Hoffassade nach vorne, während das Tor nach innen zuläuft. Dieser Zug ins Innere wird durch Putzrillen noch verstärkt. Darüber liegen Erker, die jeweils durch Gesimse voneinander abgesetzt sind. Im obersten Stock gibt es einen Balkon sowie darüber eine Mansarde, die das Motiv des Spitzgiebels, welcher über der Tür sitzt, wieder aufnimmt. Bei den beiden Eingängen an der Schmalseite der Anlage ist die Gestaltung der Portalzone zwar dieselbe, doch die darüberliegende Fassade fällt wesentlich schlichter aus. Auch in der Dachzone finden sich lediglich runde Fenster.

Der Name

Die Schegargasse ist nach dem Baumeister Benedikt Schegar (1801-1861) benannt, der u.a. das nahe gelegene, 1837 eröffnete "Zögernitz-Casino" erbaute.

Sanierung

von 2014 bis 2015

Bei den Sanierungsarbeiten in den Jahren 2014 bis 2015 wurde unter anderem das Dach erneuert, die Fenster und Türen getauscht bzw. instandgesetzt, Reparaturen an der Haustechnik vorgenommen und die Fassade gedämmt.
Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987 und 1989/90 erfolgten unter anderem auch der Lifteinbau und der Anschluss an die Fernwärme Wien. Die Kosten beliefen sich auf 451.662 Euro, davon konnten 206.565 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Friedrich Jäckel - Friedrich Jäckel (1876-1960) war nach seinem Studium an der TU Wien (u.a. bei Carl Mayreder und Carl König) von 1901 bis 1926 im Wiener Stadtbauamt tätig. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war der Ausbau der städtischen Infrastruktur, wie z.B. das Jörgerbad, der Naschmarkt, der Schlachthof St. Marx oder die Hochbauten der Hochquellwasserleitung. Von 1926 bis 1940 hatte Jäckel eine Professur an der TU Graz inne.

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