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Krottenbachstraße 37

Fakten

Krottenbachstraße 37

Krottenbachstraße 37, 1190 Wien

Baujahr: 1962-1963

Wohnungen: 13

Architekt: Johann (Hans) Stöhr

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In der Krottenbachstraße und einigen Querstraßen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl von Gemeindebauten errichtet. An der Stelle der heutigen Nr. 37 Stelle sollte Mitte der 1950er-Jahre die Stiege 1 der nebenan liegenden städtischen Wohnhausanlage errichtet werden, was jedoch zunächst nicht zur Ausführung kam, da sich der Ankauf der Parzelle bzw. der Abbruch des Altbestandes verzögerte. Somit konnte erst in den 1960er-Jahren mit den Bauarbeiten begonnen werden, und es entstand ein von der benachbarten Anlage unabhängiger kleiner Gemeindebau.

Die Architektur

Das Gebäude verfügt über ein Sockelgeschoß, welches gartenseitig in die Böschung eingetieft wurde und somit als Keller fungiert, weiters vier Stockwerke sowie über ein auf der straßenabgewandten Hangseite ausgebautes Dachgeschoß. Der leicht zurückspringende Sockel hebt sich auch durch seine Farbgebung von den darüber liegenden Fassadenteilen ab. Diese sind streng symmetrisch organisiert, wobei die vier äußeren Achsen dreiteilige Fenster zeigen, die mittlere ursprünglich einen erkerartigen Vorbau bildete, in welchem das Stiegenhaus verlief. Durch den an dieser Stelle in den 1990er-Jahren erfolgten Vorbau eines Liftschachtes wurde die Straßenfassade deutlich verändert und wird der vortretende Bauteil nunmehr durch den zweifärbigen Anstrich zusätzlich betont.

Der Name

Die Krottenbachstraße stellt die Hauptverbindung zwischen Oberdöbling und den Weinbauorten Salmannsdorf und Neustift her, sie hieß deshalb bis zur Eingemeindung dieser Heurigendörfer Neustiftgasse. 1894 wurde sie nach dem hier verlaufenden Krottenbach benannt, der 1908 eingewölbt wurde.

Sanierung

von 1994 bis 1996

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1994 bis 1996 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 153.994 Euro, davon konnten 90.558 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Johann (Hans) Stöhr - Johann (Hans) Stöhr (1897-1981) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Nach seinem Studium trat er in das Wiener Stadtbauamt (MA 19) ein, dessen Leiter er bis 1963 war. In dieser Funktion war er vor allem in der Zeit des Wiederaufbaus an der Errichtung zahlreicher kommunaler Bauten beteiligt. So wurden ein Teil der Stadtrandsiedlung Leopoldau in Wien 21 und der Bauteil Ost der Per-Albin-Hansson-Siedlung in Wien 10 nach seinen Entwürfen errichtet. 1950 wurde seine berufliche Tätigkeit in dokumentierter Form als Dissertation an der TU Wien anerkannt.

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