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Peter-Jordan-Straße 81

Fakten

Peter-Jordan-Straße 81

Peter-Jordan-Straße 81, 1180 Wien

Baujahr: 1978-1981

Wohnungen: 151

Architekt: Anton Holtermann, Klaus Aggermann, Rudolf Sigmund, Martha Bolldorf-Reitstätter, Josef Moser, Helmut Benesch

Weitere Adressen

Am Sandberg , 1180 Wien

Waldeckgasse 10, 1180 Wien

Waldeckgasse 5, 1180 Wien

Scherffenberggasse 5, 1180 Wien

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

Auf dem mehrfach terrassierten Gelände der ehemaligen Währinger Sandgruben wurde hier Anfang der 1980er-Jahre eine großzügige Anlage errichtet. An die frühere Nutzung dieses Terrains erinnert noch heute die Benennung "Am Sandberg". Bei der Errichtung der Anlage wurde hier ein städtischer Kindergarten vorgesehen, der seither mehrfach vergrößert wurde. Das parkartige Terrain ist durchgehend gärtnerisch gestaltet, zudem verfügen einige ebenerdige Wohnungen über individuell genützte Vorgärten.

Die Architektur

Die Anlage umfasst sechs Gebäudeteile mit insgesamt acht Stiegen, wobei die ebenerdigen Wohnungen über einzelne Eingänge zu erreichen sind, diejenigen in den beiden oberen Stockwerken über Stiegenhäuser, die zu außen liegenden Zugängen führen - eine Neuinterpretation der Pawlatschenhöfe des 19. Jahrhunderts. Zur Peter-Jordan-Straße hin ist das Gelände bereits rund einen Meter unter das Straßenniveau abgestuft und Autoabstellplätze sind dem am höchsten gelegenen Haus vorgelagert. Über einige Stufen ist die Anlage vom Neustifter Friedhof kommend zu erreichen, Durchgänge führen durch das erste Gebäude in den Garten, wo über Wege und weitere Treppen der Zugang zu den anderen Wohnhäusern angelegt ist. Von der Waldeckgasse zur Rimplergasse verläuft eine für den öffentlichen Verkehr gesperrte Verbindungsstraße durch die Anlage. Bei dem am tiefsten gelegenen Wohnhaus befindet sich schließlich die Einfahrt zur Tiefgarage. Bemerkenswert ist, dass hier eine größere Anzahl von Maisonettewohnungen vorgesehen wurde.

Der Name

Die Straße bei der Universität für Bodenkultur wurde 1904 nach Peter Jordan (1751-1827) benannt, einem Direktor der kaiserlichen Landwirtschaftsgüter und Begründer des land- und forstwirtschaftlichen Unterrichts, der neue Methoden der planmäßigen Bodenbearbeitung entwickelte.

Architekten

Anton Holtermann - Anton Holtermann (1923-1995) studierte von 1951 bis 1956 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oswald Haerdtl. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem zusammen mit Walter Schneider und Klaus Aggermann den Bruno-Kreisky-Hof in Wien 17 (Hernalser Hauptstraße 230, 1985-1987) und die Wohnhausanlage Alszeile 57-63 in Wien 17 (1983-1986). Die 1974 errichtete Anlage Engerthstraße 189-191 in Wien 2 ("E-Werksgründe") entstand in einer Zusammenarbeit mit Hugo Potyka und Engelbert Eder.

Klaus Aggermann - Klaus Aggermann (geb. 1935) studierte von 1952 bis 1960 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oswald Haerdtl. Zusammen mit Walter Schneider und Anton Holtermann entwarf er für die Gemeinde Wien den Bruno-Kreisky-Hof in Wien 17 (Hernalser Hauptstraße 230, 1985-1987) und die Wohnhausanlage Alszeile 57-63 in Wien 17 (1983-1986). Auch an der Errichtung der Anlage Peter-Jordan-Straße 81 in Wien 18 (1978-1981) war er beteiligt.

Rudolf Sigmund - Rudolf Sigmund (1923-1977) studierte von 1945 bis 1952 an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1953 sein Diplom erhielt. Unter anderem war er für die Gemeinde Wien an den Plänen zur Wohnhausanlage Peter-Jordan-Straße 81 in Wien 18 (1978-1981) beteiligt.

Martha Bolldorf-Reitstätter - Martha Bolldorf-Reitstätter (1912-2001) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister, in dessen Büro sie auch bis 1938 arbeitete. Die mit dem Architekten Leo Bolldorf verheiratete Trägerin mehrerer Auszeichnungen errichtete zahlreiche Wohnanlagen und öffentliche Bauten, beschäftigte sich v. a. in der NS-Zeit mit Stadtplanung, wirkte später auch als Restauratorin und veranstaltete Ausstellungen.

Josef Moser - Josef Moser (geb. 1939) studierte bis 1962 Architektur an der Universität für angewandte Kunst. Nach dem Studium war er zunächst Architekturkonsulent für mehrere Verkehrsprojekte und von 1962 bis 1971 Mitglied des Planungsbüros für die Errichtung des AKH Wien, wofür er umfangreiche Recherchen in Europa und den USA betrieb, was ihn zum Spezialisten auf dem Gebiet des Krankenhausbaus werden ließ. Von 1971 bis 2000 bestand mit Alexander Marchart, Roland Moebius und Helmut Benesch eine Partnerschaft (Marchart, Moebius & Partner), in der unter anderem der Erweiterungsbau der Technischen Universität Wien (Wiedner Hauptstraße 8, 1972-1987) und die Landwirtschaftliche Versuchsanstalt Hirschstetten (1994-1999) entstanden. Aus der seit 2000 bestehenden Partnerschaft mit Marius Moser (Moser Architekten) stammen unter anderem die Pläne für das LKH Vöcklabruck in Oberösterreich (2000-2004).

Helmut Benesch - Helmut Benesch (geb. 1938) studierte von 1959 bis 1963 an der Akademie für angewandte Kunst Wien bei Franz Schuster. Für die Gemeinde Wien war er unter anderem an der Wohnhausanlage Peter-Jordan-Straße 81 in Wien 18 (1978-1981) beteiligt.

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