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Gymnasiumstraße 38

Fakten

Gymnasiumstraße 38

Gymnasiumstraße 38, 1180 Wien

Baujahr: 1973-1975

Wohnungen: 27

Architekt: Kurt Buchta

Weitere Adressen

Anastasius-Grün-Gasse 29, 1180 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Die Gymnasiumstraße bildet hier die Grenze zwischen dichter Verbauung mit Mietshäusern einerseits und einem Villenviertel auf der anderen Seite. An diesem Rand der Währinger Cottage war bereits in der Zwischenkriegszeit die Bausubstanz des 19. Jahrhunderts durch einen größeren Gemeindebau ersetzt worden. Um 1950 wurden anstelle einer durch Bomben zerstörten Schule zwei weitere Wohnhäuser der Stadt Wien geplant. Mit der in den Jahren 1973 bis 1975 errichteten Anlage kam die Bautätigkeit in diesem Viertel zum Abschluss. Von den ursprünglich vorgesehenen vier Geschäftslokalen wird heute nur eines als solches genutzt, die anderen drei beherbergen einen Pensionistenklub.

Die Architektur

Das große Eckhaus verfügt über zwei Straßenfronten, die jeweils einen eigenen Hauseingang besitzen; in der Anastasius-Grün-Gasse befindet sich zudem auch die Garageneinfahrt. An beiden Seiten ist das Sockelgeschoß durch gröberen Putz und eine Nut von den darüber liegenden Stockwerken abgesetzt. Die Eckzone, an der die beiden Straßenfassaden zusammenstoßen, ist durch umlaufende Fenster markant gestaltet. Im Erdgeschoß tritt sie jedoch als Abschrägung zurück, sodass die darüber liegenden Eckfenster wie Erker wirken. Auf dieser zurückspringenden Fläche wurde die Erinnerungstafel für die Errichtung des Hauses angebracht - ein Element, das die Gestaltung der Eckzone zusätzlich betont.
Das Haus wurde auf einem unregelmäßigen Grundriss errichtet, da die beiden Straßen hier nicht im rechten Winkel aufeinander zulaufen. Dies wird vom Architekten durch eine Abschrägung am Übergang von der Eckzone zur Fassade an der Gymnasiumstraße als eigenes Gestaltungsmerkmal bewusst zum Einsatz gebracht. Die Hauptfront ist vor allem durch drei hervortretende Erkertürme charakterisiert und somit stark bewegt. Von beiden Hauseingängen erreicht man über einige Stufen den Gartenhof, dessen Fassadenfront mit Loggien ausgestattet ist.

Der Name

Die Gymnasiumstraße wurde im Zuge der Eingemeindung in den 1890er-Jahren nach dem 1887 erbauten Döblinger Gymnasium benannt. Zuvor hatte sie Feldgasse bzw. Währinger Weg geheißen.

Architekten

Kurt Buchta - Kurt Buchta (1921-2004) studierte von 1939 bis 1948 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er das Wohnhaus Gymnasiumstraße 38 in Wien 18 und war an den Plänen zu den Anlagen Jedleseer Straße 77 in Wien 21 (1963-1965) und Ruthnergasse 56-60 in Wien 21 (1969/70) beteiligt.

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