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Michaelerstraße 30

Fakten

Michaelerstraße 30

Michaelerstraße 30, 1180 Wien

Baujahr: 1950-1951

Wohnungen: 18

Architekt: Friedrich (Fritz) Kastner

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf diesem Grundstück befand sich eine Volksschule der Gemeinde Wien. Nach einem Bombentreffer während des 2. Weltkrieges wurde das Gebäude abgerissen, die Parzelle geteilt und zwei Wohnhäuser (Sternwartestraße 29 und Michaelerstraße 30) errichtet, wobei in letzterem ein Sicherheitswachzimmer vorgesehen war. Die ehemals von der Polizei genutzten Räumlichkeiten dienen nunmehr dem "Verein der Krippenfreunde" als Vereinslokal.

Die Architektur

Die Fassade dieses Gebäudes weist sieben Achsen in nicht symmetrischer Anordnung und fünf Hauptgeschoße auf. An der Straßenfront ist der Sockel kaum ausgebildet, deutlich wird das Erdgeschoß von den darüber liegenden Stockwerken abgesetzt, einerseits durch ein Gesims, andererseits sind die Fenster im untersten Geschoß anders gestaltet, nämlich nicht durch eine leichte Vertiefung umrahmt. Der Eingang ist durch ein Vordach geschützt, das an den seitlichen Mauern als Gesims weitergeführt wird. Durch groben, dunkleren Verputz sind die Eingangstüre und das darüber liegende Fenster gerahmt. Vom Straßeneingang führen einige Stufen ins Hochparterre, wo zwei Wohnungen gelegen sind, während in den darüber liegenden Stockwerken je vier Einheiten vorgesehen wurden. Vom Erdgeschoß führen weitere Stufen hinunter zum Ausgang in den Gartenhof, der gemeinsam mit dem städtischen Wohnhaus Sternwartestraße 29 genutzt wird. Der für den Aufzug mittig angebaute siebengeschoßige Stiegenhausturm dominiert die Hoffassade, die beiden links und rechts davon liegenden Achsen sind um ein Geschoß abgestuft, die äußerste um ein weiteres. Mittels eines Gesimses wird auch hier das Erdgeschoß deutlich von den darüber liegenden Stockwerken abgesetzt. Das abschüssige Gelände ist hier durch einen abgestuften Sockel ausgeglichen.

Der Name

1876 wurde die Michaelerstraße nach dem Barnabitenkollegium von St. Michael in Wien benannt, das hier Grundbesitz hatte.

Sanierung

von 1990 bis 1992

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1990 bis 1992 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 113.224 Euro, davon konnten 67.935 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Friedrich (Fritz) Kastner - Friedrich (Fritz) Kastner (1910-2002) studierte an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1938 mit einer Arbeit über den Standort von Hochbauten (Raststätten, Tankstellen) an der deutschen Reichsautobahn (RAB) promovierte. Er absolvierte unter anderem ein Berufspraktikum im RAB-Büro in München, wo er für Raststätten, Tankstellen, Straßenmeistereien und andere Hochbauten zuständig war, die er später auch entlang der Alpenstraße und der RAB-Strecke München-Salzburg realisierte. Weiters entstanden im gesamten Reichsgebiet Volkswohnhäuser unter seiner Planung.

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