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Sternwartestraße 29

Fakten

Sternwartestraße 29

Sternwartestraße 29, 1180 Wien

Baujahr: 1949-1950

Wohnungen: 16

Architekt: Hans Wölfl

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf diesem Grundstück befand sich eine Volksschule der Gemeinde Wien. Nach einem Bombentreffer während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude abgerissen, die Parzelle geteilt und zwei Wohnhäuser (Michaelerstraße 30 und Sternwartestraße 29) errichtet.

Die Architektur

Die Straßenfassade des viergeschoßigen Hauses ist nicht symmetrisch, denn auf der einen Seite wurden drei, auf der anderen vier Achsen angeordnet. Dazwischen findet sich ein sehr flacher Mittelrisalit, hinter dem das Stiegenhaus gelegen ist. Im Eingangsbereich erinnert eine Gedenktafel an die für die Errichtung dieses Gebäudes verantwortlichen Politiker und den Architekten. Vom Straßenniveau führen einige Stufen ins Hochparterre, das ebenso wie die darüber liegenden Stockwerke vier Wohnungen aufweist. Vom Erdgeschoß gelangt man über weitere Stufen wiederum hinunter zum Ausgang in den Gartenhof, der gemeinsam mit dem städtischen Wohnhaus Michaelerstraße 30 genutzt wird. Das Gebäude ist nur auf der rechten Seite an das Nachbarhaus angebaut, während links daneben eine freistehende Villa gelegen ist, sodass sich eine seitliche Fassade ergibt, von deren Fenstern man auf die Vorgärten blickt. Auch die Hoffassade wurde nicht ganz symmetrisch gestaltet, so liegt der Eingang nicht mittig und es finden sich in der linken Achse dreiteilige Fenster. Das leicht abschüssige Gelände wird durch den grob verputzten Sockel ausgeglichen.

Der Name

Die Sternwartestraße wurde 1875 nach der damals hier gerade in Bau befindlichen Sternwarte benannt.

Architekten

Hans Wölfl - Hans Wölfl (1911-2005) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister und erhielt bereits 1936 den Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst. Neben seiner Unterrichtstätigkeit entwarf der Architekt Möbel, Interieurs, Schulen und öffentliche Gebäude sowie mehrere Wohnhäuser in Niederösterreich. Für die Gemeinde Wien erbaute er die Wohnhausanlagen in der Sternwartestraße 29 (1950), am Rosenhügel-Bertegasse (1962) und in der Vorgartenstraße (1964).

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