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Staudgasse 48-50

Fakten

Staudgasse 48-50

Staudgasse 48-50, 1180 Wien

Baujahr: 1949-1950

Wohnungen: 15

Architekt: Julius Bergmann

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Schon seit dem 19. Jahrhundert stand das Grundstück Staudgasse 48 im Besitz der Gemeinde Wien, die hier einen Materiallagerplatz unterhielt. Später wurde das Nachbargrundstück aus Privatbesitz erworben und nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Parzelle ein Wohnhaus mit zwei Stiegen errichtet. Zudem plante man hier ein Lokal der städtischen Straßenreinigung, das bis heute besteht.

Die Architektur

Die Straßenfassade wird durch die Anordnung der zwölf Achsen rhythmisiert: So finden sich in allen Stockwerken zwei normal breite Fensterachsen, zwei verschmälerte WC-Fenster, vier Normfenster in der Mitte, dann wieder zwei schmälere und zwei normal breite. Diese strenge Symmetrie wird lediglich dadurch unterbrochen, dass die beiden ganz links außen liegenden Achsen um ein Geschoß erhöht sind und dadurch an die Dachgesimshöhe des nebenan liegenden Hauses anschließen. Demgegenüber sind die zwei Eingänge in den beiden ganz rechts außen liegenden Achsen angelegt und werden zudem noch dadurch betont, dass der grobkörnige Verputz des Sockels um diese Portalzone bis zur Geschoßgrenze hochgezogen ist. Somit entsteht an dieser Fassade eine optische Diagonale von links oben nach rechts unten. Die beiden Eingangstüren (rechts der Hauseingang, daneben das Tor der städtischen Straßenreinigung) sind durch eine gemeinsame Verdachung zusammengefasst. Beide Portale sind nach innen zu abgetreppt. Mit einer durchlaufenden Nut wird der Sockel von den darüber liegenden Stockwerken abgesetzt, die keinerlei Dekoration aufweisen, lediglich die ziemlich tief eingeschnittenen Fenster unterbrechen die glatt verputzten Mauerflächen.

Der Name

Durch die Eingemeindung von 1894 schienen viele Straßennamen in Wien mehrfach auf, diese mussten umbenannt werden. Dieser Straßenzug hatte bis dahin Johannesgasse geheißen und wurde nun nach dem Währinger Pfarrer Johann Staud (1737-1808) benannt, der eine Stiftung für ein Armenhaus hinterlassen hatte.

Sanierung

von 2002 bis 2003

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2002 und 2003 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 267.200 Euro, davon konnten 80.160 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Julius Bergmann - Julius Bergmann (1896-1969) studierte von 1918 bis 1923 unter anderem bei Siegfried Theiß und Franz Krauß an der Technischen Hochschule Wien. Zusammen mit Rudolf Boeck und Adolf Hoch plante er das 1950/51 errichtete Josef-Afritsch-Heim (Internationale Kulturwerkstätte Hörndlwald, Josef-Lister-Gasse 7, Wien 13). Für die Gemeinde Wien entwarf Bergmann unter anderem die Wohnhausanlagen Staudgasse 48-50 in Wien 18 (1949-1950) und Hofferplatz 3 in Wien 16 (1955-1957).

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