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Köhlergasse 1-3

Fakten

Köhlergasse 1-3

Köhlergasse 1-3, 1180 Wien

Baujahr: 1929-1930

Wohnungen: 33

Architekt: Paul Fischel, Heinrich Siller

Weitere Adressen

Währinger Straße 176-178, 1180 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Bei der Errichtung dieses Gemeindebaus war an der Ecke im Erdgeschoß ein Geschäftslokal vorgesehen, welches nunmehr eine Kindergruppe beherbergt. Weiters fand sich im Dachgeschoß neben einer Wohnung auch ein Atelier, welches in den 1930er-Jahren von dem Bildhauer Anton Grath genutzt wurde. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Architektur

Das Architektenduo Fischel und Siller zeigte bei Privatbauten oft eine Tendenz zur Heimatschutzarchitektur, während hier eine großstädtische Lösung an die modernsten Strömungen der Zeit anschließt. Offenbar unter dem Einfluss der "Neuen Sachlichkeit" schaffen sie hier einen monumentalen Eckblock, dessen kubisch strenge Außenfassade schichtenartig aufgebaut wird. Der dominierende Eindruck der Fassade ist die betonte horizontale Gliederung, welche durch Gesimse und breit gespannte Balkone erreicht wird. Dieser fünfgeschoßige Bau über einem L-förmigen Grundriss weist an der Währinger Straße die kürzere Fassade auf, während die Hauptfront zur Köhlergasse gelegen ist. Dadurch ergeben sich in den Wohnungen jedoch recht viele Durchgangszimmer.

Der Name

Die Gasse ist seit 1884 nach der Arztgattin Josefine Köhler (1821-1858) benannt. Sie hinterließ 26.900 Gulden für die Errichtung eines Armenhauses, das heute noch in Form der Josefine Köhler-Stiftung besteht.

Prominente Bewohner

In den 1930er-Jahren wurde das Atelier in diesem Haus von dem akademischen Bildhauer Anton Grath (1881-1956) genutzt.

Sanierung

von 2008 bis 2009

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2008 und 2009 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten zum Beispiel auch die Erneuerung der Fenster, der Fassade und der Sockelzone. Außerdem wurden u. a. Balkone, Loggien, der Keller sowie die Abstell-, Wasch- und Trockenräume saniert. Die Gesamtkosten für die Sanierung betrugen 1.249.400 Euro, davon konnten 675.231 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Paul Fischel - Paul Fischel (1885-1942) studierte von 1904 bis 1909 an der Technischen Hochschule Wien. 1921 gründete er mit seinem Studienkollegen Heinz Siller ein Architekturbüro in Wien, welches zu den erfolgreichsten der Zwischenkriegszeit zählte. Nach dem großen Erfolg ihrer Ausstellungspavillons für die I. Internationale Messe in Wien 1921 erhielten sie zahlreiche Aufträge für die Errichtung und Ausstattung von Wohnhäusern. 1938 musste Paul Fischel aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrieren.

Heinrich Siller - Heinz Siller (1884-1946) studierte von 1904 bis 1911 an der Technischen Hochschule Wien. 1921 gründete er mit seinem Studienkollegen Paul Fischel ein Architekturbüro in Wien, welches zu den erfolgreichsten der Zwischenkriegszeit zählte. Nach dem großen Erfolg ihrer Ausstellungspavillons für die I. Internationale Messe in Wien 1921 erhielten sie zahlreiche Aufträge für die Errichtung und Ausstattung von Wohnhäusern. 1938 musste Heinz Siller aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrieren.

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