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Weimarer Straße 8-10

Fakten

Weimarer Straße 8-10

Weimarer Straße 8-10, 1180 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 59

Architekt: Konstantin Peller

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die in diesem Haus befindliche Städtische Bücherei geht auf eine der Arbeiterbüchereien des Roten Wien zurück. Zudem befand sich hier von 1929 bis 1970 die städtische Schulzahnklinik. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Architektur

Die repräsentative Straßenfront dieser breiten Baulückenschließung ist streng symmetrisch aufgebaut. Besonders auffällig ist die wegen des abfallenden Geländes über zwei Geschoße reichende Sockelzone, die durch expressiv gemusterte Klinkerverblendungen besonders hervorgehoben wird. Der Mittelrisalit mit Eckloggien ist mittels eines Balkonbandes mit den Seitenrisaliten verbunden, wodurch der herrschaftliche Charakter dieses Bauwerks betont wird. Ein wuchtiges zentrales Eingangstor mit bemerkenswerten Portalgittern führt in das Foyer, wo wiederum Klinker verwendet wurde, hier bei den Pfeilern. Mittig findet sich der Eingang zur Bücherei, links und rechts davon Ausgänge in den begrünten Innenhof, von dem aus ein ebenfalls symmetrisch angelegter Hoftrakt zu betreten ist. Dessen Erscheinungsbild wird vor allem durch die vorkragenden Rundbalkone und turmartigen Rundrisalite bestimmt.

Der Name

1919 wurde diese Straße als Ausdruck der Verbundenheit mir der neu gegründeten deutschen Republik in Weimarer Straße umbenannt. Weimar war Sitz der Nationalversammlung, daher wird diese Periode der deutschen Politik von 1918 bis 1933 als Weimarer Republik bezeichnet.

Sanierung

von 2009 bis 2010

In der Wohnhausanlage wurde ind den Jahren 2009/10 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Arbeiten umfassen neben der Erneuerung der Fenster und Türen unter anderem auch den Ausbau des Dachgeschoßes. Die Gesamtbaukosten für diese Maßnahmen betrugen 3.231.400 Euro, davon konnten 1.815.206 durch einen Landeszuschuss gedeckt werden.

Architekten

Konstantin Peller - Konstantin Peller (1887-1969) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterschule von Otto Wagner. Er arbeitete zunächst als freischaffender Architekt sowie für kurze Zeit mit Josef Ludwig, bevor er vor Beginn des Ersten Weltkriegs in das Wiener Stadtbauamt eintrat. Während seiner Tätigkeit in dieser Funktion entwarf er, oft in Zusammenarbeit mit Julius Stoik und Adolf Stöckl, mehrere städtische Wohnhausanlagen und war u. a. auch bei der Regulierung des Wienflusses tätig. 1945 wurde Peller zum Vorsitzenden der Stadtplanung und des Wiederaufbaus ernannt. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Wiener Stadtbauamt hat Konstantin Peller mit der Gestaltung einer Reihe von Wohnbauten die Architektur des Roten Wien entscheidend mitgeprägt.

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