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Gentzgasse 45

Fakten

Gentzgasse 45

Gentzgasse 45, 1180 Wien

Baujahr: 1926-1926

Wohnungen: 27

Architekt: Siegmund Katz

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Dieser Gemeindebau befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Amtshauses Wien-Währing. Bereits bei der Errichtung in den 20er-Jahren stattete der Architekt eine Wohnung in diesem Haus mit einem Badezimmer aus. Ein straßenseitig gelegener Saal im Erdgeschoß wurde 1934 in eine weitere Wohnung umgewandelt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Architektur

Dieses Gebäude sollte eine Baulücke zwischen gründerzeitlichen Wohn- und Geschäftshäusern schließen. Der Architekt wollte einerseits die Fassadengestaltung an die benachbarten Bauwerke anpassen, gleichzeitig aber auch den Anforderungen des neuen Wohnens gerecht werden. Dadurch entstand eine zeittypische Mischung aus Tradition und Modernismus. An der streng symmetrischen Fassade dieses sechsgeschoßigen Hauses wirken einander horizontale Gliederungselemente wie Gesimse und vertikale Achsen entgegen: So finden sich im Erdgeschoß auf beiden Seiten des Portals je vier gleich große Fenster, während in den darüber liegenden Stockwerken die zehn Achsen rhythmisch angeordnet sind, was durch die geraden Überdachungen noch betont wird. Die links und rechts ganz außen liegenden weisen jeweils ein dreiteiliges Fenster auf, nach innen sind je drei zweiteilige Fenster zu Gruppen zusammengefasst, während die beiden mittleren Achsen wiederum dreiteilige Fenster zeigen. Darüber sitzen die beiden Spitzgiebel, welche die Fassadenfront abrupt abschließen. Durch den zentral gelegenen Hauseingang gelangt man in einen begrünten Innenhof, von wo aus die beiden Stiegenhäuser zu betreten sind.

Der Name

Die Gentzgasse wurde 1894 nach dem politischen Schriftsteller Friedrich von Gentz (1764-1832) benannt. Er verfasste 1809 und 1813 die Kriegsaufrufe gegen Napoleon. 1814/1815 war Gentz Protokollführer auf dem Wiener Kongress und danach enger Mitarbeiter des Fürsten Metternich.

Prominente Bewohner

In diesem Haus lebte der 1899 geborene Jazz-Musiker Gustav Vogelhut, Mitglied der "Picadilly Dance Band", bis zu seiner Deportation nach Nisko 1939.

Sanierung

von 2009 bis 2009

In der Wohnhausanlage wurde 2009 ein Aufzug eingebaut. Die Gesamtkosten betrugen 31.700 Euro, 12.680 Euro wurden über einen Landeszuschuss abgedeckt.

Architekten

Siegmund Katz - Siegmund Katz (1879-?) studierte von 1902 bis 1905 Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien, unter anderem bei Friedrich Ohmann. Nach seinen Plänen entstanden die Wohnhausanlagen Genztgasse 45 in Wien 18 und ein Teil des Pokorny-Hofes (Wexstraße 14-18, Wien 20). Die Zuordnung weiterer Bauwerke ist nicht gesichert. 1941 wurde Katz nach Lodz in Polen deportiert, Todesdatum und -ort sind unbekannt.

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