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Lacknergasse 96

Fakten

Lacknergasse 96

Lacknergasse 96, 1180 Wien

Baujahr: 1923-1923

Wohnungen: 31

Architekt: Josef Bittner

Weitere Adressen

Staudgasse 80a, 1180 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Dieses Wohnhaus wurde in einer vorwiegend mit Häusern aus dem Biedermeier - teilweise auch aus der Gründerzeit - verbauten Gegend errichtet. Mehrfach finden sich im 18. Bezirk solche Gemeindebauten aus den 1920er-Jahren, die sehr stark auf die bestehende Bausubstanz Bezug nehmen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Architektur

An dieser Ecke wurden zwei Parzellen zusammengelegt. Die Fassade ist zum Teil mit Putzornamenten verziert. Durch die Abschüssigkeit des Geländes wird das Erdgeschoß in dem Trakt zu Lacknergasse zum Hochparterre, in dem als "Keller" bezeichneten Geschoß waren auf dieser Seite Magazine und eine Werkstätte vorgesehen. Der Sockel ist durch ein Gesims von den darüber liegenden Stockwerken nachdrücklich abgesetzt, was durch die heute unterschiedliche Farbgebung noch betont wird. An beiden Fronten verfügt das Haus über vier Geschoße, im Trakt zur Staudgasse ist das Dachgeschoß teilweise ausgebaut. An der Fassade zur Lacknergasse hat der Architekt zahlreiche rhythmische Störungen und Brechungen vorgesehen, sodass die Zahl der Achsen schwierig zu bestimmen ist. Die an manchen der Fenster angebrachten Putzrahmungen verstärken diesen Effekt zusätzlich. Ruhiger fällt die Gestaltung in der Eckzone aus, die drei Fensterachsen umfasst und bis in die Dachzone schwungvoll abgerundet ist. In dem längeren Trakt zur Staudgasse findet sich wiederum eine sehr abwechslungsreiche Rhythmisierung. Beide Trakte - und somit auch Stiegen - verfügen über separate Hauseingänge, durch die man in einen begrünten Innenhof gelangt. Die Gesamtwirkung des Bauwerks ist eine biedermeierlich-klassizistische.

Der Name

Die Gasse ist seit 1894 nach Matthias von Lackner benannt. Lackner war ein um 1720 im ehemaligen Vorort Weinhaus ansässiger Grundbesitzer.

Architekten

Josef Bittner - Josef Bittner (1879-1945) studierte bis 1905 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. 1905 trat er in das Stadtbauamt ein und plante in den folgenden Jahren u. a. die Stadtgartendirektion (Am Heumarkt, Wien 3). Ab 1926 war Bittner als Vorstand der Architekturabteilung des Stadtbauamtes für die Planung und Abwicklung bedeutender Bauvorhaben verantwortlich.

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