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Währinger Gürtel 15

Fakten

Währinger Gürtel 15

Währinger Gürtel 15, 1180 Wien

Baujahr: 1871

Wohnungen: 37

Architekt: Josef Schurz

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Im Jahr 1871 wurde dieses Gebäude errichtet und beherbergte damals in den straßenseitigen Trakten eine Druckerei. Später kam es in den Besitz einer Familie, die hier die Süßwarenfabrikation "Chocolaterie française" betrieb und zusätzliche Trakte im Hof anbauen ließ. Während des 2. Weltkriegs erlitt das Gebäude Bombenschäden und wurde nach zahlreichen Besitzerwechseln schließlich 1993 von der Stadt Wien erworben.

Die Architektur

Hier handelt es sich um ein großes, breit gelagertes Gebäude der frühen Gründerzeit. Im Hof wurden parallel zum Straßentrakt zweigeschoßige Bauten errichtet und rechts ein weiterer Hoftrakt in derselben Höhe wie die Straßenfront. Deren Fassade ist durch ein Tor in einem sehr flachen Mittelrisalit bestimmt, das in einen aufwändig gestalteten Flur mit stuckierter Decke und geschwungener Treppe führt. Die Fassadendekoration wurde jedoch weitgehend entfernt, vermutlich nach den Bombenschäden des 2. Weltkriegs. Deswegen wirkt die Fassade heute sehr viel schlichter und zurückhaltender, als dies bei der Erbauung vorgesehen war, was durch die derzeitige Farbgebung in Beige und Braun noch verstärkt wird. Lediglich die Zusammenfassung der Fenster zu Gruppen von jeweils zwei, nur im Risalit drei Fenstern rhythmisiert heute noch die Front.

Der Name

Im Zuge der Eingemeindung von 1894 wurde die Gürtelstraße in Währinger Gürtel umbenannt, um den ehemaligen Vorortnamen zu wahren. Währing wurde als "Hof zu Waring" bereits im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt.

Prominente Bewohner

In den 30er-Jahren lebte hier der Opernsänger M. Wostera.

Architekten

Josef Schurz - Der Baurat Josef Schurz (Geburtsdaten nicht bekannt, gest. am 4.12.1912 in Wien) errichtete das Wohnhaus Währinger Gürtel 15 in Wien 18 (1871). Weitere Bauwerke sind bisher nicht bekannt.

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