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Mithlingerhof Rasenstadt

Fakten

Mithlingerhof Rasenstadt

Neilreichgasse 100, 1100 Wien
Raxstraße 9, 1100 Wien
Raxstraße 11-13, 1100 Wien
Raxstraße 15-17, 1100 Wien
Raxstraße 19, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 13, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 15, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 9, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 11, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 5, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 7, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 1, 1100 Wien
Fritz-Pregl-Gasse 3, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 4, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 2, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 8, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 6, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 12, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 10, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 16, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 14, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 13-15, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 9-11, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 5-7, 1100 Wien
Ernst-Ludwig-Gasse 1-3, 1100 Wien

Baujahr: 1929-1933

Wohnungen: 990

Architekt: Karl Schmalhofer

Weitere Adressen

Raxstraße 7, 1100 Wien

Fritz-Pregl-Gasse 2, 1100 Wien

Raxstraße 13a, 1100 Wien

Fritz-Pregl-Gasse 4-6, 1100 Wien

Fritz-Pregl-Gasse 8-10, 1100 Wien

Fritz-Pregl-Gasse 12-14, 1100 Wien

August-Forel-Gasse 1, 1100 Wien

Raxstraße 19A, 1100 Wien

August-Forel-Gasse 3, 1100 Wien

Neilreichgasse 102, 1100 Wien

Neilreichgasse 104, 1100 Wien

August-Forel-Gasse 5, 1100 Wien

August-Forel-Gasse 7, 1100 Wien

Sahulkastraße 18-20, 1100 Wien

Sahulkastraße 14-16, 1100 Wien

Sahulkastraße 10-12, 1100 Wien

Neilreichgasse 106, 1100 Wien

Sahulkastraße 6-8, 1100 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Ab den 1920er-Jahren wurde das bis dahin unbebaute Gebiet auf dem Hügelrücken des Wienerberges mit Wohnhausanlagen verbaut. Dabei kamen unterschiedliche Konzepte des kommunalen Wohnens zur Anwendung. Südlich der Raxstraße entstand zwischen der Triester Straße und der Neilreichgasse die so genannte "Garten- " oder "Rasenstadt". Im Bürgerkrieg 1934 war der Hof eines der Zentren des antifaschistischen Widerstands und so wurde die Anlage nach dem von den Faschisten ermordeten Widerstandskämpfer Johann Mithlinger (1898-1944) benannt. Am Haus Ernst-Ludwig-Gasse 8, Stiege 1, befindet sich eine zweite Gedenktafel für mehrere gefallene Freiheitskämpfer.

Die Architektur

Es handelt sich um eine der größten Wiener Wohnhausanlagen im Bereich Raxstraße, Neilreichgasse, Windtenstraße, August-Forel-Gasse, die 1929-1931 vom Wiener Stadtbauamt nach Plänen des Architekten Karl Schmalhofer erbaut wurde. Insgesamt 24 frei stehende annähernd gleich gestaltete Wohnhäuser sind in rasterartiger Gruppierung angeordnet. Zwischen den Häuserzeilen erstrecken sich großzügige Grünanlagen, nur zwei parallel zur Raxstraße laufende Erschließungswege, die Ernst-Ludwig-Gasse und die Fritz-Priegl-Gasse, ermöglichen die Zufahrt. 2 Spielplätze und 2 Ruhezonen sind an die südliche Außenseite der Anlage in Orientierung zur dahinter liegenden Schrebergartensiedlung verlegt. Schmalhofer schuf eine typologisch bemerkenswerte Kombination von Blockbebauung und Gartenstadt-Prinzipien: eine symmetrische Anlage mit acht parallelen dreigeschoßigen Gebäudezeilen, durch Straßen und Grünräume getrennt und im Norden und Süden durch um 90° gedreht angeordnete Zeilenverbände zu einem regelmäßigem Viereck geschlossen. Die einzelnen Gebäude sind dreigeschoßig mit Walmdach über dreiflügeligem Grundriss. Der mittlere Bauteil ist jeweils durch einen Mansardenausbau mit Flachdach überhöht. Auffallend sind die Eingänge zu den einzelnen Stiegen: sie liegen geschützt durch einen davor gesetzten pavillonartigen Bauteil an den Ecken des Gebäudes. Die Hausecken an der äußeren Seite der Siedlung sind durch stufenartig versetzte Terrassen in den beiden ersten Geschoßen markiert. An der Raxstraße zentral gelegen (vor Raxstraße 13) befindet sich ein eingeschoßiger kubischer Bauteil, der ursprünglich als Garage genutzt, nach 1950 zu einer Zeile mit 5 Geschäften erweitert wurde. Neben Blindbögen, zeittypisch symmetrisch angeordneten quadratischen Sanitärfenstern und schmale übereck gezogene Gesimse, gelangte architektonischer Dekor nur sparsam zur Anwendung.

... und die Kunst

An den Häusern, die die Siedlung nach außen hin umschließen, wurden rechteckige Tafeln mit Szenen aus den Märchen der Gebrüder Grimm angebracht. Sie entstanden wohl in der Nachfolge der Wiener Werkstätten und sind aus bemalter Keramik bzw. aus gebranntem Terrakotta. 16 Tafeln sind erhalten, darunter Werke des Malers Jan Hendrik Foitik (1920-1974) und der Bildhauer Karl Perl (1876-1956) und Andre Roder (1900-1958).

Der Name

Benannt ist die Wohnhausanlage nach dem österreichischen Widerstandskämpfer Johann Mithlinger (1898-1944). Er war einer der Führer im Widerstand gegen das NS-Regime. 1942 wurde er an seinem Arbeitsplatz bei der Firma Brown-Boveri von der Gestapo verhaftet und vorerst zu einem Jahr Zuchthaus, in einem neuen Verfahren jedoch zum Tode verurteilt und am 7. Juni 1944 im Wiener Landesgericht enthauptet.

Sanierung

von 1995 bis 1998

Die Wohnhausanlage Mithlingerhof Rasenstadt wurde in den Jahren 1995 bis 1998 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut und der Spielplatz instand gesetzt.

Architekten

Karl Schmalhofer - Karl Schmalhofer (1871-1960) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Als Architekt des Wiener Stadtbauamtes errichtete er zahlreiche Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Sein bedeutendstes Werk ist das gemeinsam mit Otto Nadel erbaute Amalienbad (Wien 10, Reumannplatz).

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