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Leopold-Ernst-Gasse 22

Fakten

Leopold-Ernst-Gasse 22

Leopold-Ernst-Gasse 22, 1170 Wien

Baujahr: 1976-1978

Wohnungen: 28

Architekt: GESIBA Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft

Weitere Adressen

Weidmanngasse 26, 1170 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Dieses Wohnhaus ist der erste Bauteil der Anlage, die sich heute zwischen Leopold-Ernst-Gasse und Weidmanngasse erstreckt. Die einzelnen Grundstücke wurden nach und nach von der Stadt Wien zugekauft und die darauf befindlichen, baufälligen Althäuser aus dem späten 19. Jahrhundert abgerissen. Ein dreigeschoßiges Haus mit einem Lokal, in dem zeitweise ein Textilgeschäft untergebracht war, befand sich an der Stelle des ersten Bauteils. Bis 1980 wurde der Bau um die Weidmanngasse 28-32 erweitert und zwischen 1983 und 1984 ein weiterer Zubau in der Leopold-Ernst-Gasse errichtet. Die nachträglichen Anbauten sind heute kaum mehr ersichtlich. Der Bauteil in der Weidmanngasse wurde nach dem gleichen Entwurf ausgeführt und mit dem Bauteil in der Leopold-Ernst-Gasse gekoppelt.

Die Architektur

Die fünfgeschoßige Anlage zwischen Weidmanngasse und Leopold-Ernst-Gasse bildet heute ein harmonisches Ganzes. Sie besteht aus zwei Bauteilen, welche nach dem gleichen Entwurf errichtet wurden. Der nachträgliche Zubau ist nicht erkennbar, lediglich die Baulinie ist hier etwas weiter nach vorne versetzt. Auf eine vertikale Gliederung wird beinahe völlig verzichtet. Die lang gestreckte Fassade ist in Einheiten unterteilt, die den einzelnen Trakten entsprechen. Die Ausbildung von Achsen wurde vermieden. Oberhalb der etwas zurückversetzten Sockelzone ist die Fassade rein horizontal gegliedert. Durchgehende Fensterbänder ziehen sich über alle Geschoße. Die ebenfalls durchgehenden Wandvorlagen unterhalb der Fensterbrüstungen sind zueinander versetzt und korrespondierend angeordnet. Durch die geometrischen Einschnitte können lockernde Akzente gesetzt werden. Der Blick des Betrachters wird die Fassade entlang geleitet. Die horizontale Fassadengliederung verläuft über die Ecke hinweg, die abgeflacht ist. Oberhalb des durchgängigen Hauptgesimses befinden sich Terrassenaufbauten.

Die Anlage kann über drei Eingänge betreten werden. Eine weitläufige Grünanlage mit Kinderspielplatz und Sitzgelegenheiten steht den Bewohnern zur Verfügung.

... und die Kunst

In der Eingangshalle an der Ecke zur Leopold-Ernst-Gasse befindet sich das Keramikmosaik "Computergraphik" von Otto Beckmann.

Der Name

Die Leopold-Ernst-Gasse wurde 1894 nach dem Architekten und Dombaumeister Leopold Ernst (1808-1862) benannt. Er dekorierte in Wien die drei großen Säle im Niederösterreichischen Landhaus, im Stephansdom baute er unter anderem die Liechtensteinkapelle um. Leopold Ernst gehörte zu den Begründern des Vereins zur Erhaltung der Baudenkmale in Wien. Die Leopold Ernst-Gasse hieß zuvor Gebhart- bzw. Gestättengasse und zuletzt, bis 1894, Leopoldigasse.

Architekten

GESIBA Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft - -

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