Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Gschwandnergasse 53-57

Fakten

Gschwandnergasse 53-57

Gschwandnergasse 53-57, 1170 Wien

Baujahr: 1955-1957

Wohnungen: 59

Architekt: Friedrich Hintermayr, Lionore Regnier-Perin

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Für den Bau des Wohnhauses mussten zwei Grundstücke zusammengelegt werden. Das Haus aus den 1950er-Jahren wurde durch Erdbeben 1972 stark beschädigt. Darüber hinaus gehende Umbauten sowie der nachträglicher Einbau von Aufzugsschächten veränderten das Erscheinungsbild des Wohnhauses ein wenig.

Die Architektur

Die langgestreckte Fassade wurde von den Architekten symmetrisch aufgebaut und trotz der schmalen Gschwandtnergasse, in welcher sich das Haus befindet, auf eine Frontalansicht aus der Ferne konzipiert. Das Wohnhaus ist fünfgeschoßig und beherbergt drei Stiegen, welche über den linksseitig liegenden Haupteingang und den Hof betreten werden können. Die Fassade ist dreiteilig aufgebaut. Ein weit zurückversetzter Mitteltrakt mit Balkonen und Mansardedach wird von polygonalen Zubauten flankiert. Die beiden Seitentrakte sind wesentlich weiter an der Straßenflucht platziert, wodurch ein schmaler Vorgarten entsteht, der an einen Ehrenhof denken lässt. Das Hauptgesims ist über alle Trakte hinweg durchgängig. Die Sockelzone wird durch ein schmales, ebenfalls durchlaufendes Zwischengesims begrenzt. Der überdachte Eingangsbereich aus Kunststein ist zwischen Mittel- und linkem Seitentrakt so eingeschnitten, dass er den sonst streng symmetrischen Aufbau des Hauses nicht beeinträchtigt. Der Eingang wie auch die Fenster sind mit schmalen Einfassungen versehen. Hinter dem Wohnhaus befindet sich parallel zum Straßenverlauf ein schmaler begrünter Hof. Die Gestaltung des Wohnhauses schließt stilistisch an Vorkriegsbauten an und bedient sich einer äußerst traditionellen Formensprache.

... und die Kunst

Ursprünglich war von den Architekten ein plastischer Wandschmuck an den beiden Stirnseiten der Seitentrakte vorgesehen gewesen. Der schließlich entstandene Sgraffito-Wandschmuck "Landschaft mit Tieren" von Hans Stockbauer, und "Idyllische Landschaft" von Gustav Hessing wird leider teilweise durch Zubauten verdeckt.

Der Name

Die Gschwandtnergasse wurde 1864 nach dem Stadtbaumeister Johann Gschwandtner (1827-1920) benannt. Das ehemals nahe gelegene, im 19. Jahrhundert sehr bekannte Lokal in Hernals, der "Gschwandtner", wurde irreführender Weise auch von einem Johann Gschwandtner gegründet, dieser ist, trotz anderer Annahmen, mit dem Namensgeber der Gschwandtnergasse nicht ident.

Sanierung

von 2016 bis 2018

Die Wohnhausanlage wird derzeit saniert. Es werden unter anderem das Dach instandgesetzt, die Fenster und Türen getauscht und die Fassade gedämmt. Durch diese Maßnahmen werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Umweltbelastung gesenkt.

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987 bis 1989 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 310.967 Euro, davon konnten 342.064 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Friedrich Hintermayr - Friedrich Hintermayr (1910-1979) studierte bis 1932 Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst Wien unter anderem bei Oscar Strnad. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem das 1955-1957 errichtete Wohnhaus Gschwandtnergasse 53-57 in Wien 17. Auch war er an der Planung für den Oscar-Helmer-Hof in Wien 21 (Roda-Roda-Gasse 1, 1961-1964) beteiligt.

Lionore Regnier-Perin - Lionore Regnier-Perin (1912-1970) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo sie 1934 als eine der wenigen Frauen die zweite Staatsprüfung ablegte. Danach verbrachte sie mehrere Jahre im Ausland, um erste Berufserfahrungen zu sammeln. Nach ihrer Rückkehr nach Wien besuchte sie die Meisterschule von Karl Holey an der Technischen Hochschule und dissertierte mit einem Entwurf zur Umgestaltung der Kirche Maria am Gestade. Als selbstständige Architektin war Lionore Regnier-Perin am Wiederaufbau Wiens beteiligt und plante mehrere Wohnhausanlagen, z.B. das Haus in der Badgasse 10 (Wien 9; 1952/53).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+