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Kastnergasse 28-30

Fakten

Kastnergasse 28-30

Kastnergasse 28-30, 1170 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 38

Architekt: Carl Rössler

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die beiden Grundstücke, auf denen sich die heutige Wohnanlage befindet, wurden von der Gemeinde Wien 1954 erworben. Zuvor waren sie in Privatbesitz. Bereits 1957 waren die beiden Stiegen benutzungsbereit. Seither hat sich das Bild der Wohnanlage vor allem an der Hofseite verändert. Die Aufzugsschächte wurden 1989 zugebaut. Die Pflege der Gartenanlage liegt heute in den Händen der Bewohner, die sie beispielhaft gestalten.

Die Architektur

Die Wohnanlage erstreckt sich in geschlossener Zeilenform entlang der Kastnergasse. Sie besteht aus zwei Trakten, die in gekuppelter Bauweise ausgeführt sind. Auf Grund des Straßengefälles wurde ein Abtreppen der beiden Gebäudetrakte in ihrer Höhe mit sichtbarer Dachverschneidung nötig. An der linken Außenseite der Straßenfassade befindet sich ein Durchgang in den Hof, über den die beiden Stiegenzugänge an den Seiten der Aufzugsschächte erreicht werden können. Die Fassade ist äußerst schlicht gestaltet und bleibt oberhalb des schmalen Sockelpodestes plan. Fenster und Türen haben schmale Einfassungen. An der Straßenseite ist die Fassade fünf-, zum Hof hin sechsgeschoßig. Das oberste Geschoß an der Hofseite ist an beiden Trakten, ähnlich einem Attikageschoß, durch ein durchgängiges Zwischengesims abgetrennt. An den Gebäudeflanken befinden sich jeweils vier Balkone. Das Wohnhaus zeichnet sich durch seine schlichte Gestaltung und eine für die 1950er-Jahre typische einfache Formensprache aus.

... und die Kunst

An der Straßenfassade befindet sich das Sgraffitowandbild "Abstrakte Ornamente" (1956) von Isolde Jurina. Abstrakte Malerei in der Kunst am Gemeindebau ist in den 1950er-Jahre eher selten. Die abstrakten Darstellungen sind nicht als eigenständige Bilder anzusehen, sondern immer dem Architekturdesign angenähert und "kommentieren" das Gebäude. Das Wandbild von Isolde Jurina nimmt eindeutig auf den Bau und das Wohnen darin Bezug.

Der Name

Die Kastnergasse wurde 1875 nach dem Notar und Politiker Dr. Johann Kastner (1819-1873) benannt.

Sanierung

von 1990 bis 1990

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1990 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 214.458 Euro, davon konnten 128.675 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Carl Rössler - Carl Rössler (1890-1984) studierte mit mehreren Unterbrechungen von 1910 bis 1937 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, unter anderem bei Max Fabiani und Siegfried Theiß. Für die Gemeinde Wien entwarf Rössler unter anderem zusammen mit Oskar Payer die Wohnhausanlage Geiselbergstraße 16-24 in Wien 11 (1954-1956) und gemeinsam mit Carl Auböck und Adolf Hoch die viel beachtete Anlage Vorgartenstraße 159-164 in Wien 2 (1959-1962). Rössler war auch am Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Secessionsgebäudes in Wien 1 beteiligt.

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