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Pezzlgasse 71-81

Fakten

Pezzlgasse 71-81

Pezzlgasse 71-81, 1170 Wien

Baujahr: 1961-1962

Wohnungen: 71

Architekt: Franz Schuster

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Das Haus wurde auf einer freien Fläche errichtet und grenzt an Grünanlagen sowie an die Postsportplätze an. Seit seiner Fertigstellung 1962 blieb es unverändert.

Die Architektur

Das freistehende Haus hat die Form eines langgestreckten Quaders und befindet sich in optimaler Lage in der Mitte eines Grünareals. Die Balkone sind südseitig gelegen. Die Hauptansicht der Fassade mit den drei Stiegenzugängen befindet sich an der Nordseite. Der Architekt betonte die Positionierung der Eingänge und strukturierte so die schlichte Fassade. Er teilte die langgestreckte Nordansicht durch turmartige Einschübe bei den Eingängen, welche vom Sockelpodest bis über das Hauptgesims laufen und in dacherkerähnliche Aufbauten münden, in vier Bereiche. Die Rechteckfenster sind mit schmalen Einfassungen versehen. Ein Abtreppen der Gebäudeflucht an der Nordseite ermöglichte eine Anpassung an das Terrain. An den nach Westen und Osten gelegenen Schmalseiten bilden die Außenmauern bis auf wenige Fensteröffnungen geschlossene Fronten. An der Südseite ist die Fassade in drei Teilen symmetrisch angelegt. Das vertikale Gliederungselement stellen hier die Balkone dar, welche den Mittelteil zweireihig flankieren und die Fassade seitlich einreihig abschließen. Das Dachgesims läuft an dieser Seite durch, auf Dachaufbauten wurde verzichtet. Die Gestaltung der Wohnanlage entspricht einer für die 1960er Jahre typisch schlichten und blockhaften Bauweise. Das Wohnhaus besticht durch optimale Anlage der Wohnungen und die freie Lage.

... und die Kunst

An der Fassade des Wohnhauses sind drei Hauszeichen von Fritz Tiefenthaler angebracht. Sie beziehen sich auf die Geschichte von Hernals. Über dem Eingang von Stiege 1 befindet sich die Darstellung "Hernals 1620". Der "Eselsritt 1683" über dem Zugang zu Stiege 3 nimmt auf den Sieg über das Türkische Heer Bezug. Er zeigt einen früheren Hernalser Brauch, bei dem ein Pascha auf einem Esel reitend der umherziehenden Bevölkerung als Spottfigur diente. Die Darstellung "Alte Wiener Wasserleitung" befindet sich an der Hausmauer zur Comeniusgasse hin.

Der Name

Die Pezzlgasse wurde 1894 nach Johann Pezzl (1756-1823) benannt. Zuvor hieß die Gasse Karlsgasse. Johann Pezzl war Schriftsteller und Topograph. Er lebte zunächst in Zürich, wo er als freier Autor arbeitete. 1784 siedelte er nach Wien. Johann Pezzl schilderte detailliert das kulturelle Leben in Wien und hinterließ zahlreiche illustrierte Stadtgeschichten und Fremdenführer.

Architekten

Franz Schuster - Franz Schuster (1892-1972) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Heinrich Tessenow, dessen Mitarbeiter er nach seinem Abschluss wurde. Nach einem Aufenthalt in Dresden wurde er zum Chefarchitekten des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen berufen. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, unter anderem mit Adolf Loos und Franz Schacherl, war er an der Realisierung der Gemeindesiedlung "Süd-Ost" in Wien 10, Laaer-Berg-Straße 151-203 (1921), der Kriegerheimstätte Hirschstetten I in Wien 22 (1921) sowie der Pioniersiedlung der GESIBA "Denglerschanze" in Wien 21, Josef-Zapf-Gasse 1-37 (1921/22), beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er der Kommission zur Wiederherstellung des Stephansplatzes an und leitete von 1952 bis 1957 die Forschungsstelle für Wohnen und Bauen der Stadt Wien. In dieser Zeit entstand neben mehreren Kindergärten, Schulbauten und sozialen Einrichtungen auch der Emil-Fucik-Hof in Wien 10, Gudrunstraße 55-103 (1950-1952), nach seinen Plänen.

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