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Pretschgogasse 16

Fakten

Pretschgogasse 16

Pretschgogasse 16, 1170 Wien

Baujahr: 1950-1951

Wohnungen: 46

Architekt: Matthäus Jiszda II.

Weitere Adressen

Liebknechtgasse 14, 1170 Wien

Lascygasse 1-3, 1170 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Grundstück, auf dem sich die heutige Wohnanlage befindet, stand vor dem Zweiten Weltkrieg in Privatbesitz. 1943 gab es dort eine Baracke für ein Kindertagesheim sowie einen Kartoffelbunker. In der Zeit des Wiederaufbaus um 1950 erteilte die Gemeinde Wien die Baubewilligung für die heutige Anlage; diese war 1952 bezugsfertig. Seitdem wurde der Wohnkomfort durch zahlreiche Adaptierungen kontinuierlich verbessert.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage liegt auf einem trapezförmigen Grundstück zwischen Lascygasse, Pretschgogasse und Kongresspark. Zwei fünfgeschoßige Trakte verlaufen - den Straßenfluchten entsprechend - und umgeben einen begrünten Innenhof. Sie sind durch einen schmäleren Mitteltrakt miteinander verbunden, sodass die Anlage zu den Straßen hin nach allen Seiten geschlossen ist. Die Wohnanlage verfügt über insgesamt vier hofseitig gelegene Stiegen. Der Innenhof ist über eine Durchfahrt im Mitteltrakt von der Pretschgogasse aus zu erreichen. Die Fassade ist äußerst schlicht gestaltet. Oberhalb eines schmalen Sockelpodestes, welches die Oberlichten des Kellergeschoßes einbindet, bleibt sie weitgehend plan. An der Süd- und Ostseite der Anlage sowie zum Hof hin sind Balkone angeordnet. Nach Norden hin ist die Fassade nur durch Rechteckfenster geöffnet. Im Inneren der Anlage betonen schmale Risalite die Bereiche der vier Stiegenzugänge. Die Eingänge sind, wie auch die Fenster, mit Einfassungen versehen. Das Hauptgesims verläuft durchgehend über alle Trakte. Die Fassade weist, wie es für die frühen 1950er-Jahre typisch ist, eine sehr einfache Formensprache auf. Die Details sind auf das Notwendigste reduziert.

Der Name

Die Pretschgogasse wurde 1894 nach Franz Andreas Pretschgo (1808-1873), dem Pfarrer von Dornbach, benannt. Zuvor hieß sie Andreasgasse.

Architekten

Matthäus Jiszda II. - Matthäus Jiszda II. (1908-1998) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister und Peter Behrens. Er entwarf hauptsächlich Betriebswerkstätten für Industriekonzerne; für die Gemeinde Wien plante er unter anderem den Salvador-Allende-Hof in Wien 11 (mit Otto Frank und Richard Horner) sowie den Karl-Wrba-Hof in Wien 10 (mit seinem Sohn Matthäus Jiszda III.).

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