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Dornbacher Straße 84a

Fakten

Dornbacher Straße 84a

Dornbacher Straße 84a, 1170 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 21

Architekt: Walther Raschka

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Sowohl die Inschrift als auch die Steintafel an den Fassaden der Wohnhausanlage Dornbacher Straße erwähnen die Finanzierung "aus den Mitteln der Wohnbausteuer". Später verzichtete man auf diese Bezeichnung, hier zeigt sie noch den Stolz auf die soziale Errungenschaft, die erst fünf Jahre vor der Errichtung dieses Gemeindebaus unter Stadtrat Hugo Breitner umgesetzt wurde. Die Wohnungen entsprachen mit Zimmer, Küche, Kabinett und Toilette dem damaligen Standard, das Haus verfügte über eine Hausbadeanlage mit zwei Dusch- und Wannenbaderäumen.

Die Architektur

Ein gestufter Straßentrakt mit einem viergeschoßigen breitgelagerten und einem achtgeschoßigen vertikalen Baukörper bildet die wuchtige, 14 Fensterachsen zählende Eckbebauung. Sie wird durch um das ganze Gebäude laufende, mäandrierende Gesimsstreifen zu einer Einheit zusammengefasst. Abschluss beider Baukörper bildet ein mansardenartiges, leicht zurückversetztes Dachgeschoß, das auf einem breiten Dachgesims optisch auflagert. Die Giebel der kleinen Dachfenster nehmen die Formensprache der mäandrierenden Gesimsstreifen auf. Die grüne Blecheindeckung des Daches wird in den dunkelgrün verputzten Horizontalbändern wiederholt und kontrastiert elegant zu den dunkelroten Gesimsen und dem restlichen dunkelroten Fassadenanstrich. Als Trennung der beiden unterschiedlich hohen Bauteile fungiert eine zwei Fensterachsen breite, zurückversetzte Dachterrasse. Die an das angrenzende Jugendstilhaus anschließenden zwei Fensterachsen schließen mit einem Steildach ab, das die Dachform des Nachbarbaus fortsetzt. In den darunter liegenden vier Geschoßen wurden Loggien ausgebildet.

Hofseitig erhält die elf Fensterachsen umfassende Fassade durch die beiden leicht hervortretenden Stiegen zusätzlich eine vertikale Komponente. Im Gegensatz zur verputzten Straßenfassade ist der breite Sockel hier mit Klinkerziegeln ausgeführt, die sich in den Raseneinfriedungen und Treppen des kleinen Gartens wiederholen. Durch ein schmiedeeisernes Haustorgitter gelangt man hinaus auf die Dornbacher Straße.

Der Name

Die Dornbacher Straße erinnert seit ihrer Namensgebung 1894 an den ehemaligen Vorort Dornbach, der 1892 mit Hernals und Neuwaldegg zum 17. Bezirk wurde. Dornbach zählte vor der Eingemeindung 3.369 Einwohner, die Dornbacher Straße hieß zuvor Wiener Straße, später Hauptstraße.

Architekten

Walther Raschka - Walther Raschka (1891-1971) studierte an der Technischen Hochschule sowie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er plante unter anderem die Wohnhausanlagen in der Dornbacher Straße 84a (Wien 17), in der Max-Emanuel-Straße 13 (Wien 18; zusammen mit Ernst Egli) sowie in der Rupertgasse 5-7 (Wien 14).

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