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Wohnhausanlage Am Laaer Berg

Fakten

Wohnhausanlage Am Laaer Berg

Theodor-Sickel-Gasse 16-20, 1100 Wien
Endlichergasse 1, 1100 Wien
Florian-Geyer-Gasse 6-8, 1100 Wien
Endlichergasse 2-4, 1100 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 748

Architekt: Karl Schmalhofer

Weitere Adressen

Emil-Ottenthal-Gasse 2, 1100 Wien

Economogasse 4-6, 1100 Wien

Florian-Geyer-Gasse 3-5, 1100 Wien

Economogasse 8-10, 1100 Wien

Endlichergasse 3-5, 1100 Wien

Holzknechtstraße 41-45, 1100 Wien

Theodor-Sickel-Gasse 14, 1100 Wien

Florian-Geyer-Gasse 1, 1100 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Am Laaer Berg befand sich vor über 250 Jahren die ehemalige "Hutweiden" mit Wiesen und Teichen. Joseph II. ließ auf dem Gelände einen Pavillon errichten, der später durch ein Biedermeier-Schlössl ersetzt wurde. 1857 gelangte der Ziegelfabrikant Heinrich Draschke in den Besitz des Schlössls. Er errichtete auf dem Gebiet Ziegeleien. 1903 erwarb das St.-Leopolds-Kloster das Schlössl für die Pflege von verwahrlosten Kindern. Im Anschluss übernahm es die Stiftung der Barmherzigkeit für unheilbar Kranke. Nach dem 1. Weltkrieg übertrug die finanzschwache Stiftung das Schlössl der Gemeinde Wien. Diese ließ das inzwischen verwahrloste Bauwerk abreißen. Heute prägen riesige Wohnhausanlagen, Wohnsiedlungen und weitläufige Parks das Gelände. Die bekannteste Anlage der Zwischenkriegszeit im 10. Bezirk ist die Siedlung Süd-Ost (1921, 1927, 1929) von Franz Schacherl (1895-1943). 1951 konnte die Per-Albin-Hansson-Siedlung-West eröffnet werden.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage Florian-Geyer-Gasse am Laaer Berg weist eine gartenstadtartige Bebauung auf. Sie besteht aus mehreren flachen Baublöcken, geschwungenen Straßen und großen, parkähnlichen Grünflächen. Die Höfe bestehen aus einzelnen T-förmigen Häusern, an der Grundstückgrenze aneinander gereiht. Diese Lösung wurde gewählt, weil das Gelände kein strenges, städtebauliches Muster erlaubt. Durch diese offene Blockbebauung entstehen teils raumschließende und teils raumausgrenzende Seiten. Die Fassaden an den Straßenseiten und in den Innenhöfen sind schlicht. Die Fensterreihen der drei- bis vierstöckigen Wohnblöcke ziehen sich wie Bänder rund um die Anlage. Trapezförmig gestaltete Erker und Gesimse setzen Akzente. Im Eingangsbereich werden rechteckige Erker scheinbar von viereckigen Säulen getragen. Balkone sind nur vereinzelt vorhanden. Als gestalterisches Element setzt Architekt Karl Schmalhofer auch kleine Fenster in Vierergruppen ein.

... und die Kunst

Die Wohnhausanlagen am Laaer Berg zeigen schlichte, funktionelle Baukörper mit wenigen schmückenden Elementen. Optisch interessant gestalten sich die Treppen. Die Stufen und Geländer winden sich auf einigen Stiegen schneckenförmig nach oben. Über einigen Fenstern sind in die Fassade eingelassene Dreiecke zu sehen.

Der Name

Die Florian-Geyer-Gasse erhielt ihren Namen 1932. Florian Geyer (1480-1525) war ein fränkischer Ritter und spielte eine führende Rolle im Bauernaufstand von 1524/25. Gerhard Hauptmann widmete ihm ein Theaterstück.

Sanierung

von 1999 bis 2003

Die Wohnhausanlage Am Laaer Berg wurde in den Jahren 1999 bis 2003 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 7.182.700 Euro, davon konnten 1.016.587 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Schmalhofer - Karl Schmalhofer (1871-1960) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Als Architekt des Wiener Stadtbauamtes errichtete er zahlreiche Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Sein bedeutendstes Werk ist das gemeinsam mit Otto Nadel erbaute Amalienbad (Wien 10, Reumannplatz).

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