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Balderichgasse 23-29

Fakten

Balderichgasse 23-29

Balderichgasse 23-29, 1170 Wien

Baujahr: 1922-1924

Wohnungen: 134

Architekt: Karl Ehn

Weitere Adressen

Zeillergasse 10-16, 1170 Wien

Beringgasse 17, 1170 Wien

Pretschgogasse 3, 1170 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde auf einer der letzten unbebauten Parzellen nördlich des Kongressplatzes errichtet. In den Jahren 1922-1924 zur Milderung der durch den Krieg entstandenen Wohnungsnot erbaut, blieb das Gebäude im Zweiten Weltkrieg von Bombentreffern verschont.

Die Architektur

Die Blockrandverbauung um einen begrünten Innenhof zählt zu den frühen Gemeindebauten des Roten Wien. Ein weit ausladendes, ornamentiertes Kranzgesims lässt Karl Ehns Studium bei Otto Wagner erahnen. An den Schmalseiten rhythmisieren dreigeschoßige, bis zur Traufe reichende Erker die Fassade. Diese Gliederung wird durch Dachhäuschen zusätzlich unterstrichen. Das umlaufende, verkröpfte Sohlbankgesims in der obersten Etage führt die Dachkante des niedrigeren Mittelteils der Längsseiten fort. Vorspringende Stiegenhäuser und einzelne, durch zarte Putzornamente betonte Fensterachsen rhythmisieren die Seitenfassaden. Ein farblich abgesetzter und in der Höhe variierender Sockel sowie eine zusätzliche Etage in der Beringgasse überspielen das abfallende Gelände.

Der Name

Die Wohnhausanlage trägt den Straßennamen. Die Balderichgasse (vorher Stiftsgasse) wurde 1894 nach Balderich, dem Abt des Stiftes St. Peter in Salzburg, benannt. Er war Förderer des Kirchenbaus in Dornbach.

Sanierung

von 1991 bis 1995

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1991 bis 1995 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, zudem wurde die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. 2007/08 erfolgten Nachrüstungen an den Aufzügen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 3.615.946 Euro, davon konnten 2.688.002 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Ehn - Karl Ehn (1884-1959) studierte von 1904 bis 1907 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Bereit 1908 trat er in den Dienst des Wiener Stadtbauamts. Vor dem Ersten Weltkrieg errichtete er vor allem Nutzbauten wie etwa Lagerhäuser für die Gemeinde Wien. In den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden zahlreiche Wohnhausanlagen nach seinen Entwürfen, darunter auch sein prominentestes Bauwerk: der Karl-Marx-Hof in Wien 19. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Ehn noch als Architekt tätig. Sein letztes Bauwerk, der Karl-Schönherr-Hof in Wien 9, wurde 1952 vollendet.

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