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Arnethgasse 43-45

Fakten

Arnethgasse 43-45

Arnethgasse 43-45, 1160 Wien

Baujahr: 1988-1990

Wohnungen: 20

Architekt: Peter Czerveniak

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Unmittelbar vor Errichtung der Wohnhausanlage in der Arnethgasse 43 - 45 wurde ein Althaus aus dem Jahr 1867 abgebrochen. Das ebenerdige Gebäude, typisch für die Ottakringer Vorstadt, beherbergte zwei Wohnungen und ein Geschäftslokal.

Die Architektur

Die zehn Fensterachsen breite und fünf Geschoße hohe Fassade der Baulückenverbauung in der Arnethgasse wird von den beiden Stiegenhäusern, die auffallend mit Bullaugenfenstern und dunkel verkleideten Liftüberfahrten gestaltet sind, vertikal in drei Zonen gegliedert. Ein Gesimsstreifen zwischen dem vierten und dem leicht zurückversetzten fünften Geschoß nimmt die Höhe des linken Nachbarhauses bzw. eines Frieses des rechts anschließenden Hauses auf und formt bei den Stiegenhäusern Giebel aus. Eine zusätzliche vertikale, plastische Komponente erhält die Fassade durch die etwas nach innen versetzten Wandflächen an den beiden äußeren und mittleren Fensterachsen. Horizontal trennt ein Klinkerstreifen die Sockelzone von der restlichen glatten Putzfassade, verspielt läuft er um den oberen Rand der runden Fenster. Weitere postmoderne Gestaltungselemente, wie die über vier Geschoße durchlaufende Stütze ohne tragende Funktion oder das in einem Kreissegment auskragende, klinkerverzierte Gesimsband, betonen die mittig liegende Eingangszone.

Die Hoffassade ist wieder in der Tiefe gestaffelt und durch drei Loggienreihen zusätzlich plastisch gegliedert. Das Dachgesims läuft durch und bildet eine verschieden tiefe Untersicht. Als Verweis auf die hofseitigen halbrunden Stiegenhaustürme Wiener Altbauten ist in der rechten Fassadenhälfte ein Erker mit französischen Fenstern ausgeführt.

Der Name

Die Arnethgasse wurde 1894 nach dem Historiker und Numismatiker Josef Ritter von Arneth (1791 - 1863) benannt, zuvor hieß sie Wagnergasse. Arneth war 1841 Professor für Numismatik und Altertumskunde an der Universität Wien.

Architekten

Peter Czerveniak - Peter Czerveniak (geb. 1944 in Wien) studierte von 1962 bis 1968 Architektur an der Technischen Universität Wien bei Erich Boltenstern und Karl Schwanzer. Sein eigenes Architekturbüro führt Peter Czerveniak seit 1979. Der Schwerpunkt seines Schaffens liegt dabei in den Bereichen Büro- und Industriebau, aber auch in der Althaussanierung.

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