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Bachgasse 22

Fakten

Bachgasse 22

Bachgasse 22, 1160 Wien

Baujahr: 1985-1986

Wohnungen: 18

Architekt: Herbert Wüster, Kurt Eckel

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die kleine Wohnhausanlage in der Bachgasse wurde anstelle eines vierstöckigen Wohnhauses in den Jahren 1985/86 nach den Plänen der Architekten Kurt Eckel und Herbert Wüster errichtet. Schon seit 1859 stand an dieser Stelle ein zweistöckiges Zinshaus "gegen den Bach in Ottakring", der im Bereich der Bachgasse in den Jahren 1865 bis 1967 überbaut wurde.

Die Architektur

Das optische Zentrum im Erdgeschoß des viergeschoßigen Gebäudes bildet der tief eingeschnittene Hauseingang. Er wird von einem massiven Vordach markiert, welches von zwei freistehenden Eckpfeilern getragen wird. Diese orientieren sich in ihrer Gestaltung am Erscheinungsbild des Erdgeschoßes - es ist grau gestrichen und im Gegensatz zu den oberen Geschoßen genutet. Direkt über dem Hauseingang befindet sich eine durchlaufende, vertikale Fensterachse, die für ausreichenden Lichteinfall im Steigenhaus sorgt. Sie durchbricht das Dachgesims und schließt mit einem mächtigen, verglasten Rundbogen. Flankiert wird dieses Lichtband von zwei massiven Erkerachsen, die mit Kombinationen von Eckfenstern und französischen Fenstern versehen sind. Direkt unter dem rechten Erker führt die Zufahrt in die Tiefgarage. Die daneben liegenden Versorgungsräume sind durch Lüftungsgitter von der Straße getrennt.

Der Name

Die Bachgasse (vormals "Am Liebhartsgraben") wurde 1864 nach dem Ottakringer Bach benannt, der bis 1881 an dieser Stelle offen floss.

Architekten

Herbert Wüster - Herbert Wüster (1926-1983) studierte nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst vier Jahre lang Musik am Konservatorium, bevor er sich für das Architekturstudium entschied, das er an der Technischen Universität absolvierte. Seine ersten Berufserfahrungen sammelte er im Büro von Eugen Wöhrle. Als selbständiger Architekt war Herbert Wüster vor allem im Wohn- und Krankenhausbau tätig.

Kurt Eckel - Dr. Kurt Eckel (geb. 1921) ist Architekt, Bühnenbildner, Mosaizist, Maler, Medailleur und Grafiker. Für das Wohnbauprogramm der Stadt Wien errichtete er gemeinsam mit Herbert Wüster die Wohnhausanlagen Bachgasse 22 (1985/86, Wien 16) und Friedrich-Kaiser-Gasse 27 (1985/86, Wien 16). Weitere von Kurt Eckel geplante Projekte sind die Volkschule Sahulkagasse (1980/81, Wien 10; gemeinsam mit Herbert Prehsler) und die Fernmeldezentrale im Wiener Arsenal (1973-1978, Wien 3).

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