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Ottakringer Straße 103

Fakten

Ottakringer Straße 103

Ottakringer Straße 103, 1160 Wien

Baujahr: 1981-1982

Wohnungen: 14

Architekt: Hans Wolfgang Jäger, Werner Havlicek

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde 1981 als eine der ersten im Ottakringer Assanierungsgebiet auf den ehemaligen Gründen der Ottakringer Brauerei in unmittelbarer Nachbarschaft zur heute noch produzierenden Brauerei errichtet. Der Grundkauf durch die Stadt Wien ist auf das Verdienst von Dr. Gustav Harmer, Unternehmenschef der Ottakringer Brauerei zwischen 1962 und 2000, zurückzuführen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage in der Ottakringer Straße 103 besteht aus zwei jeweils drei Fensterachsen breiten Baukörpern, die sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe gestaffelt sind. Sie sind sechs bzw. sieben Geschoße hoch und schließen mit einem Steildach ab, das mit Maisonette-Wohnungen und Terrassen ausgebaut ist. Als Stilelemente der Postmoderne sind der Risalit des niedrigeren Baukörpers, das massive Dachgesims und die bunten Farben der Fassaden, Fensterprofile und Parapete der Stiegenhausverglasung zu nennen. Die laut Einreichplänen bis ins erste Geschoß reichende raumhohe Verglasung des zweigeschoßigen Geschäftslokals kam nicht zur Ausführung. Ein Durchgang führt in eine öffentliche Parkanlage, zu der die Loggien und Terrassen der Hoffassade orientiert sind. Die Fassaden der beiden Baukörper unterscheiden sich in der Farbgebung und sind wieder in der Tiefe gestaffelt. Die Loggienreihe des niedrigeren Baukörpers geht ab dem fünften Geschoß in Terrassen über. Ab dem sechsten Geschoß setzt bei beiden Baukörpern das Steildach an, in das abwechselnd Terrassen eingeschnitten sind, wodurch ein aufgelockertes Erscheinungsbild entsteht.

Der Name

Die Ottakringer Straße verläuft durch den 16. und 17. Bezirk und wurde 1894 zur Erinnerung an den alten Vorortnamen Ottakring benannt. Der Name "Otachringen" wurde urkundlich erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt; Ottakring zählte vor der Eingemeindung 1890 61.817 Einwohner.

Architekten

Hans Wolfgang Jäger - Hans Wolfgang Jäger (geb. 1944 in Wien) studierte von 1963 bis 1970 bei Karl Schwanzer, Ernst Hiesmayr und Erich Boltenstern an der Technischen Hochschule Wien. Seit 1976 führt er sein eigenes Büro, wobei er von 1977 bis 1982 eine Bürogemeinschaft mit Architekt Werner Havlicek einging. Zusammen planten sie mehrere Gemeindebauten in Wien 16. Zu seinen wichtigsten Werken zählen unter anderem das Kindertagesheim im SMZ OST in Wien 22 (wurde im Zuge der U2-Verlängerung neu errichtet) und die Sanierung mit Dachgeschoßausbau des Melkerhofes im Stift Melk (NÖ).

Werner Havlicek - Werner Havlicek (geb. 1944 in Wien) studierte bei Erich Boltenstern und Karl Schwanzer an der Technischen Hochschule Wien. Seit 1977 ist er als freiberuflicher Architekt tätig, wobei er von 1977 bis 1982 in einer Bürogemeinschaft mit Architekt Hans W. Jäger arbeitete. Zusammen planten sie unter anderem für die Gemeinde Wien in Wien 16 die Wohnhausanlagen Eisnergasse 11-13 (1984/85) und Ottakringer Straße 103 (1981/82).

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