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Eisnergasse 15-17

Fakten

Eisnergasse 15-17

Eisnergasse 15-17, 1160 Wien

Baujahr: 1981-1982

Wohnungen: 24

Architekt: Werner Havlicek, Hans Wolfgang Jäger

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

In der Eisnergasse 17 wurde nach Aufhebung des Denkmalschutzes ein Gartenhäuschen abgetragen und 1981 mit der Errichtung der Wohnhausanlage begonnen. Sie ist die erste Wohnhausanlage im Ottakringer Assanierungsgebiet auf den ehemaligen Gründen der Ottakringer Brauerei und befindet sich gegenüber der heute noch produzierenden Brauerei. Der Grundkauf durch die Stadt Wien im Jahr 1979 ist auf das Verdienst von Dr. Gustav Harmer, Unternehmenschef der Ottakringer Brauerei zwischen 1962 und 2000, zurückzuführen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage in der Eisnergasse 15 - 17 bildet mit dem angrenzenden, zwei Jahre später errichteten Gemeindebau Nr. 11 - 13 eine architektonische Einheit. Die Straßenfassade des fünfgeschoßigen Traktes Nr. 15 - 17 ist in drei horizontale Zonen unterteilt: In der hell verputzten Sockelzone sind die hauseigenen Nebenräume und die Garageneinfahrt untergebracht; sie ist durch einen Gesimsstreifen und vor die Fenster gelagerte Pflanzentröge von der dunkelrot verputzten Fassade der Obergeschoße getrennt. Die dritte, nun wieder hell gestrichene, Zone wird von einem durchlaufenden Gesimsstreifen abgehoben und umfasst das fünfte Obergeschoß und das Steildach, hinter denen sich die Maisonette-Wohnungen befinden. Ein elf Fensterachsen langer Baukörper springt in der insgesamt 13 Fensterachsen zählenden Fassade weit zurück und bildet einen begrünten Vorplatz. Mit zwei zurück versetzten, raumhoch verglasten Stiegenhäusern ist die sonst glatte Straßenfassade räumlich strukturiert. Ein Durchgang führt in eine höher liegende öffentliche Parkanlage, zu der die Loggien und Terrassen der Hoffassade orientiert sind. Die 14 Fensterachsen lange Hoffassade ist in Höhe und Tiefe gestaffelt, das fünfte und sechste Geschoß sind terrassiert ausgeführt; die Wohneinheiten werden von Mauern getrennt, die dem Verlauf des Steildaches folgen.

... und die Kunst

Eisenplastik "O. T." von Stephan Fillitz. Der bei Fritz Wotruba ausgebildete Wiener Bildhauer Stephan Fillitz (geb. 1950 in Wien) befasst sich neben der klassischen Bildhauerei mit der Installation von Licht-Raumobjekten, so genannten Visibles, und als gelernter Goldschmied mitder Anfertigung von Schmuck. Er unterrichtet seit 2000 als Universitätsprofessor an der Universität für angewandte Kunst. In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich vor allem mit der Unendlichkeit von Raum und der Erfahrung des von Kunstwerken begrenzten Raums durch den Betrachter.

Der Name

Die Eisnergasse wurde 1894 nach Georg Eisner (1803 - 1858), einem Gastwirt und Ortsrichter und Bürgermeister von Ottakring, benannt. Zuvor hieß sie Leopoldigasse.

Sanierung

von 1998 bis 1999

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1998 und 1999 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Werner Havlicek - Werner Havlicek (geb. 1944 in Wien) studierte bei Erich Boltenstern und Karl Schwanzer an der Technischen Hochschule Wien. Seit 1977 ist er als freiberuflicher Architekt tätig, wobei er von 1977 bis 1982 in einer Bürogemeinschaft mit Architekt Hans W. Jäger arbeitete. Zusammen planten sie unter anderem für die Gemeinde Wien in Wien 16 die Wohnhausanlagen Eisnergasse 11-13 (1984/85) und Ottakringer Straße 103 (1981/82).

Hans Wolfgang Jäger - Hans Wolfgang Jäger (geb. 1944 in Wien) studierte von 1963 bis 1970 bei Karl Schwanzer, Ernst Hiesmayr und Erich Boltenstern an der Technischen Hochschule Wien. Seit 1976 führt er sein eigenes Büro, wobei er von 1977 bis 1982 eine Bürogemeinschaft mit Architekt Werner Havlicek einging. Zusammen planten sie mehrere Gemeindebauten in Wien 16. Zu seinen wichtigsten Werken zählen unter anderem das Kindertagesheim im SMZ OST in Wien 22 (wurde im Zuge der U2-Verlängerung neu errichtet) und die Sanierung mit Dachgeschoßausbau des Melkerhofes im Stift Melk (NÖ).

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