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Feßtgasse 16

Fakten

Feßtgasse 16

Feßtgasse 16, 1160 Wien

Baujahr: 1980-1982

Wohnungen: 29

Architekt: Ottokar Uhl

Weitere Adressen

Johann-Nepomuk-Berger-Platz 9, 1160 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Das rautenförmige Grundstück zwischen Johann-Nepomuk-Berger-Platz, Eckmüllergasse, Friedrich-Kaiser-Gasse und Feßtgasse wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in 17 Parzellen geteilt und in der für Ottakring typischen Blockrandbebauung verbaut. Heute bestehen nur noch wenige dieser Wohnhäuser, die teils wegen Kriegsschäden, aber auch zugunsten von mehr Grünraum ab den 1950er-Jahren abgetragen und durch neue Wohnbauten ersetzt wurden.

Die Architektur

Die Wohnhäuser am Johann-Nepomuk-Berger-Platz und in der Feßtgasse (1977 - 1983) wurden zu einem Vorreitermodell für partizipatives Bauen. Ottokar Uhl entwickelte eine "demokratisierte Ästhetik", die die Mitwirkung der Benutzer am Gestaltungsprozess propagierte. Der als letzte der drei Wohnanlagen errichtete Gebäudekomplex erstreckt sich von der Feßtgasse, wo er mit sieben Geschoßen und zwei Fensterachsen unmittelbar an das Nachbarhaus anschließt, in einem gekanteten Bogen bis zum Haus Johann-Nepomuk-Berger-Platz 9. In diesem zehn Fensterachsen breiten Bogen mit glatter, vereinzelt durch Loggien aufgelockerter Putzfassade befindet sich der Zugang zu den beiden Stiegen. Die sechs Fensterachsen breite Fassade in der Feßtgasse 16 spiegelt die unterschiedlichen Nutzeransprüche wider: Loggien, französische Fenster und über zwei bis vier Fensterachsen reichende Balkone sind scheinbar willkürlich, den unterschiedlichen Nutzeransprüchen folgend angeordnet und erzeugen ein lockeres Erscheinungsbild. Im siebten Stock sind die vermeintlichen Loggien nach oben offen und lösen den Abschluss der Fassade kubisch auf. Die Hoffassaden folgen denselben Gestaltungsprinzipien.

Der Name

Die Feßtgasse wurde 1856 nach dem Fleischhauer Jakob Feßt (1778 - 1858) benannt. Er ließ hier den Grund parzellieren und das erste Haus errichten.

Sanierung

von 2002 bis 2005

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2002 bis 2005 saniert. Durch das Wärmedämmverbundsystem an der Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 432.100 Euro, davon konnten 109.301 Euro durch Förderungen gedeckt werden.
Bereits im Jahr 2000 wurden die Fenster erneuert.

Architekten

Ottokar Uhl - Ottokar Uhl wurde 1931 in Wolfsberg, Kärnten, geboren und zählt zu den bedeutendsten österreichischen Architekten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er studierte von 1950 bis 1953 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Lois Welzenbacher Architektur. Ab 1959 war er als freischaffender Architekt in Wien tätig und wurde 1963 für seine demontierbare Kirche in der Wiener Siemensstraße mit dem Österreichischen Staatspreis für Architektur ausgezeichnet. Uhl entwarf Ende der 1970er-Jahre Mitbestimmungsmodelle im Geschoßwohnbau (Wohnhaus Feßtgasse, Wien 16, 1977 - 1981). Zwischen 1974 bis 1996 hatte er den Lehrstuhl für Bauplanung und Entwerfen an der Universität Karlsruhe inne und unterrichtete als Gastprofessor Liturgiewissenschaft an der Universität Wien. Den Schwerpunkt seiner umfangreichen Tätigkeit im In- und Ausland legte Uhl auf den Wohn- und Sakralbau.

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