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Arnethgasse 105

Fakten

Arnethgasse 105

Arnethgasse 105, 1160 Wien

Baujahr: 1977-1979

Wohnungen: 23

Architekt: Rudolf Angelides

Weitere Adressen

Odoakergasse 4, 1160 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Als Relikt der alten, bäuerlich dominierten Baustruktur der zum Alserbach hin ausgerichteten Liegenschaften befindet sich noch heute zwischen den beiden Gemeindebauten in der Arnethgasse 99 und 105 ein Streckhof aus dem 17. Jahrhundert - die so genannte "Zehnermarie", die mittlerweile als Stadtheuriger geführt wird.

Die Architektur

Die 14 Fensterachsen breite und fünf Geschoße hohe Lochfassade der frei stehenden Eckverbauung Arnethgasse/Odoakergasse wird nur von fünf Loggienreihen unterbrochen, deren Brüstungen allerdings bündig mit der Fassade abschließen und daher eine geringe plastische Wirkung haben. Quadratische Fensterformate dominieren das Gesamtbild. Lediglich die Öffnungen am äußeren rechten Rand der Fassade sowie über dem außermittig gelegenen Hauseingang sind als rechteckige Fensterbänder ausgebildet und sorgen für etwas Auflockerung. Die Hoffassade verfügt über zwölf Fensterachsen, die sich in unregelmäßigen Abständen und in Dreiergruppen zusammengefasst jeweils über eine Loggienreihe erstrecken. Die Brüstungen schließen hier wieder bündig mit der Fassade ab, sämtliche Öffnungen sind quadratisch. Ein um drei Fassaden - mit Ausnahme der Feuermauer - laufendes, auskragendes Dachgesims schließt zum Giebeldach hin ab.

Der Name

Die Arnethgasse wurde 1894 nach dem Historiker und Numismatiker Josef Ritter von Arneth (1791-1863) benannt; davor hieß sie Wagnergasse. Arneth war 1841 Professor der Numismatik und Altertumskunde an der Universität Wien.

Sanierung

von 1999 bis 1999

In der Wohnhausanlage wurden 1999 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Rudolf Angelides - Der in Konstantinopel (heute Istanbul/Türkei) geborene Rudolf Angelides (1917-2000) studierte ab 1937 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1943 während eines Studienurlaubs vom Kriegsdienst sein Diplom erhielt. Nach dem Krieg war er zunächst bei der Baufirma Schärdinger und später im Büro von Robert Kotas beschäftigt. 1951 machte sich Angelides als Architekt selbständig, wobei er neben zahlreichen Wohnbauten vor allem auch Gebäude für das evangelische Kirchenbauamt ausführte. So wurden unter anderem die evangelischen Kirchen in Berndorf (NÖ, 1958), in Bruck/Leitha (NÖ, 1962) und die evangelischen Gemeindezentren Sebastianplatz 4 in Wien 3 (1958) und Jagdschlossgasse 44 in Wien 13 (samt Kirche, 1957-1960) nach seinen Plänen errichtet.

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