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Degengasse 34-38

Fakten

Degengasse 34-38

Degengasse 34-38, 1160 Wien

Baujahr: 1975-1978

Wohnungen: 54

Architekt: Hermann Kittel

Weitere Adressen

Redtenbachergasse 19-21, 1160 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

1921 befand sich auf dem Grundstück der Gemeinde Wien noch eine Brennholzzerkleinerungsanlage, die von Rudolf Lokay betrieben wurde. Das Wohnhaus mit dem Verkaufsgeschäft aus dem Jahr 1873 wurde 1972 wegen Baufälligkeit geräumt und abgetragen. An seiner Stelle entstand zwischen 1975 und 1978 der Gemeindebau Degengasse 34-38.

Die Architektur

Die L-förmige fünfgeschoßige Eckverbauung in der Degengasse/Redtenbachergasse besticht durch ihr in der Tiefe und Höhe gestaffeltes Bauvolumen, wobei an der Redtenbachergasse ein baumbestandener Vorplatz ausgespart wird. Den Fensterbändern der oberen drei Geschoße sind in der Degengasse und in der Redtenbachergasse Pflanzentröge vorgelagert, die mit Stahlbetonrahmen zu flächigen Einheiten zusammengefasst werden; in der Redtenbachergasse ragt zudem ein rechteckiger Erker vor die weiß verputzte Fassade. Die dem Vorplatz zugewandte Fassade wirkt durch die dreiteilige Staffelung in der Tiefe, die Terrassierung der letzten beiden Geschoße und die ab dem zweiten Geschoß auskragenden Bauteile besonders plastisch. Die Abtreppung der Terrassen wird in der anschließenden Fensteranordnung wiederholt, die Wirkung der Auskragung durch das darunter liegende, vollverglaste Geschäftslokal verstärkt. Die Hoffassaden schauen auf einen erhöhten begrünten Innenhof über der Tiefgarage. Während die der Degengasse zugewandte Hoffassade durch Fensterbänder horizontal betont ist, verfügt die der Redtenbachergasse zuzuordnende Hoffassade über Loggien, deren Stahlbetonrahmen eine vertikale Betonung bewirken. Entsprechend dem auf die Straßenseite auskragenden Erker liegen hofseitig vier Fensterfelder vor jenen mit Balkonen, und sind nur mit Pflanzentrögen ausgestattet.

... und die Kunst

An der Außenmauer im Durchgang zum Hof befindet sich ein Tonrelief (ca. 1,5m x 1m), das in etwa 30 Einzelbildern zeigt, "Was die Leute gern tun und nicht gern tun". Auf einer gesonderten Tafel ist zu lesen: "Der Menschen Freud / von Anbeginn - mit Lieb - Tanz / Musik - Karten - und Kegelspiel / reisen in ferne Länder / ein Spiel des / Jedermann". Weder am Relief selbst noch in der Literatur finden sich Hinweise auf den Künstler.

Der Name

Die Degengasse wurde 1868 nach der alteingesessenen Familie Degen benannt. Ferdinand Degen (1831-1889) war Gründer und Hauptmann der Ottakringer Feuerwehr sowie Gemeinderat.

Sanierung

von 1997 bis 1997

In der Wohnhausanlage wurden 1997 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Hermann Kittel - Hermann Kittel (geb. 1939 in Wien) studierte von 1958 bis 1967 bei Karl Schwanzer an der Technischen Hochschule Wien. Von 1974 bis 2005 führte er sein eigenes Architekturbüro und entwarf vorwiegend Wohn-, Büro- und Geschäftsbauten in Wien und Umgebung, von denen vor allem der Wohnpark Sandleiten in Wien 16 (Sandleitengasse 37, zusammen mit Gerhard Kleindienst; 1985-1989) und das Gemeindewohnhaus Degengasse 34-38 in Wien 16 (zusammen mit Gerhard Kleindienst und Rudolf Prohazka; 1975-1978) zu erwähnen sind. Hermann Kittel war auch unter der Leitung von Ernst Hiesmayr an den Entwürfen zum viel beachteten "Juridicum" (Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien, Helfersdorferstraße 5-9, Wien 1, (1968-1984) beteiligt.

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