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Mildeplatz 3

Fakten

Mildeplatz 3

Mildeplatz 3, 1160 Wien

Baujahr: 1967-1968

Wohnungen: 31

Architekt: Karl Hauschka

Weitere Adressen

Seitenberggasse 10, 1160 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

An der Stelle des heutigen Gemeindebaus, an der Ecke Mildeplatz 3 und Seitenberggasse 10, befand sich ein viergeschoßiges Schulhaus aus 1892, das im Juni 1966 abgebrochen wurde. Im November 1956 nach dem Ungarischen Volksaufstand wurden hier ungarische Flüchtlinge untergebracht. Das benachbarte Eckhaus zur Arnethgasse, ein Armenhaus der Stadt Wien, wurde nicht abgerissen wie ursprünglich geplant. Der Gemeindebau zählt daher nur drei statt fünf Stiegen bzw. 31 statt 46 Wohnungen.

Die Architektur

Die Fassaden der viergeschoßigen, blockartigen Eckverbauung des Gemeindebaus am Mildeplatz 3 sind zurückhaltend gestaltet. Farbliche Akzente wie der dunkelrote Putzstreifen über der mosaikgerahmten Toreinfahrt oder die rot verputzten Brüstungen der Balkone sind neben der symmetrischen Anordnung unterschiedlicher Fensterformate einziges Gestaltungselement der glatten Lochfassaden. Die der Seitenberggasse zugewandte Fassade ist außerdem durch eine Doppel- und eine Einzelreihe Loggien mit vorgelagerten Balkonen plastisch aufgelockert. Hofseitig ist diese Fassade um ein Geschoß höher, die raumhohe Verglasung der Stiegenhäuser gliedert sie vertikal. Zugunsten mehr Nutzfläche springt die dem Mildeplatz zugewandte Hoffassade ab der zweiten Fensterachse etwas vor, zwei Reihen französischer Fenster lösen die Flächigkeit der glatten Putzfassade etwas auf.

Der Name

Der Mildeplatz wurde 1884 nach Vinzenz Eduard Milde (11. 5. 1777 in Brünn - 14. 3. 1853 in Wien) benannt, einem der bedeutendsten Pädagogen Österreichs. Von 1805 bis 1810 unterrichtete er Erziehungskunde an der Universität Wien, zwischen 1815 und 1823 war er Direktor der Philosophischen Lehranstalt in Krems, 1831 wurde er zum Erzbischof von Wien ernannt.

Sanierung

von 1996 bis 1996

In der Wohnhausanlage wurden 1996 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Karl Hauschka - Karl Hauschka (1896-1981) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Küste Wien bei Peter Behrens. Bei diversen Architekturwettbewerben gewann er mehrere Preise, jedoch sind kaum realisierte Werke bekannt. In den 1920er- und 1930er-Jahren entwarf er in Arbeitsgemeinschaft mit Viktor Mittag eine Reihe von Wohnhausanlagen des Roten Wien, darunter auch den Wildganshof in Wien 3, sowie in den 1960er-Jahren den Harry-S.-Truman-Hof in Wien 23 in Zusammenarbeit mit den Architekten Wenko Bossew, Otmar Brunner, Maria Albrecht, August Kastner, Karl Molnar und Rudolf Sorgo.

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