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Redtenbachergasse 40-44

Fakten

Redtenbachergasse 40-44

Redtenbachergasse 40-44, 1160 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 31

Architekt: Alfred Adler

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Grundstück der Gemeinde Wien in der Redtenbachergasse 40-44 gehörte vor 1930 Heinrich Fischer, der es an drei Unternehmer weiterverpachtete. Schulin Tennenbaum betrieb ab 1928 einen Pferdestall, Magazine und eine Kanzlei, Ludwig Schwarz errichtete 1920 ein so genanntes "Schupfengebäude" und Hans Kochta 1914 einen Werkstättenschuppen mit Holzdepot. Die ebenerdigen Gebäude aus Holz wurden für die Errichtung des Gemeindebaus abgetragen.

Die Architektur

Der Gemeindebau in der Redtenbachergasse 40-44 schließt mit 19 Fensterachsen und vier Geschoßen eine breite Baulücke. Seine glatte Putzfassade ist symmetrisch um das Hauseingangstor ausgerichtet und wird von einem um ein Geschoß überhöhten und leicht zurückversetzten Mitteltrakt beherrscht; Gesimsbänder betonen die Fassade zusätzlich horizontal. Die hohe Sockelzone schließt mit einem Gesimsstreifen ab, der wie das Dachgesims über die gesamte Länge beider Seitenrisalite durchläuft. Dazwischen liegen drei Fensterbankgesimse, die an den jeweils dritten Fenstern von außen enden. Am rechten Fassadenabschluss kragt das Dachgesims über zwei Fensterachsen weit aus, sodass dessen Untersicht fließend in den Dachabschluss des Nachbargebäudes übergeht. Der mit dunkelroten Klinkern verkleidete Sockel geht beim Eingangstor in zwei flankierende Pfeiler über, die das Vordach überragen. Ein Durchgang mit schmiedeeisernen Toren führt in den begrünten Innenhof zu den beiden Stiegeneingängen. Diese treten deutlich vor die Fassade und werden von Gitterbalkonen flankiert. Der Klinkersockel läuft auch hier um das Eingangstor herum, das mit Steinlaibung und -verdachung wieder deutlich die Mittelachse akzentuiert.

Der Name

Die Redtenbachergasse wurde 1894 nach dem Zoologen und Direktor des zoologischen Kabinetts Ludwig Redtenbacher (1814-1876) benannt. Zuvor hieß sie Schottengasse.

Sanierung

von 2011 bis 2013

Für 2011 bis 2013 ist eine Sockelsanierung geplant. Es sollen das Dach erneuert und das Dachgeschoß ausgebaut werden. Durch die Erneuerung der Fenster, Türen und der Fassade sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohelndioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Alfred Adler - Alfred Adler (1894-?) studierte mit kriegsbedingten Unterbrechungen bis 1921 an der Technischen Hochschule Wien. Über seinen Werdegang ist nur wenig bekannt. Zusammen mit Martin Schmid entwarf er mehrere Vorstadtvillen in Wien-Mauer. Für die Gemeinde Wien realisierte Adler die Wohnhäuser Neubeckgasse 4 (Wien 14) und Redtenbachergasse 40-44 (Wien 16). Darüber hinaus war er in den 1930er-Jahren am Assanierungsprojekt Operngasse (Wien 4) beteiligt. 1938 musste Adler aufgrund seiner jüdischen Herkunft Österreich verlassen, womit sich seine Spuren verlieren.

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