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Enenkelstraße 35

Fakten

Enenkelstraße 35

Enenkelstraße 35, 1160 Wien

Baujahr: 1922-1922

Wohnungen: 48

Architekt: Hugo Mayer

Weitere Adressen

Haus im alten Ort , 1160 Wien

Ottakringer Straße 203, 1160 Wien

Stillfriedplatz 13, 1160 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnhausanlage "Haus im alten Ort" wurden 1922 als erster Wohnbau der Gemeinde Wien in Ottakring nach Plänen des Architekten Hugo Mayer für das Stadtbauamt MA 22 errichtet. Der so genannte Kleinwohnungsbau ersetzte das zweigeschoßige Althaus von Johann Bechmann aus dem Jahr 1859.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage in der Enenkelstraße 35 nimmt die Hälfte eines Straßenblocks ein und teilt sich mit dem benachbarten Gemeindebau einen großen Innenhof. 1922 errichtet, lässt die Fassadengestaltung noch nichts vom Expressionismus der späteren Gemeindebauten erkennen, sondern ist mit flachen Putzmustern zurückhaltend im Biedermeierstil gehalten. Der 24 Fensterachsen breite und vier Geschoße hohe Bauteil an der Enenkelstraße ist optisch in vier Baukörper geteilt, die durch ihre Staffelung den Höhenunterschied des abfallenden Geländes geschickt überwinden. Ein schweres Walmdach begrenzt das einfache und massive Dachgesims, das die einzelnen Baukörper umfasst. Richtung Ottakringer Straße und Innenhof sind Dachgaupen ausgebildet. Unterschiedliche Fenstergrößen rhythmisieren die glatten Putzfassaden. Die ein- und zweiflügeligen Fenster liegen jeweils in Zweier- oder Dreiergruppen übereinander und sind mit Fensterfaschen zusammengefasst.

Durch zwei hohe, schmiedeeiserne Tore gelangt man in den Innenhof. Der grau verputzte Sockel gleicht das Gelände aus, zu den überdachten Stiegeneingängen führen kleine Treppen. An den Hoffassaden wurde gänzlich auf Dekor verzichtet.

Der Name

Die Bezeichnung des Gemeindebaus "Haus im alten Ort" ist ein semantischer Verweis auf seine Lage im Zentrum des alten Weinhauerdorfes Ottakring.

Sanierung

von 2003 bis 2004

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 und 2004 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 1.588.000 Euro, davon konnten 1.071.900 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Hugo Mayer - Hugo Mayer (1883-1930) studierte an der Technischen Hochschule in Wien. Er beschäftigte sich intensiv mit dem Wohnhaus- und Siedlungsbau und ist einer der wichtigsten Vertreter in diesem Bereich. Neben zahlreichen Wohnanlagen für die Gemeinde Wien plante er auch Kindergärten und Schulen. Seine Wohnanlage für die Bediensteten der Städtischen Gaswerke (1910-1914) gilt als typologischer Vorläufer des Gemeindewohnbaus der Zwischenkriegszeit.

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