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Thalhaimergasse 35

Fakten

Thalhaimergasse 35

Thalhaimergasse 35, 1160 Wien

Baujahr: 1906-1906

Wohnungen: 17

Architekt: Alois Matschinger

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

In der späten Gründerzeit wurden im stetig wachsenden Ottakring weitere Wohnungen für die Arbeiterschaft benötigt und auch gebaut. So wurde 1906 der Doppeltrakt mit Verbindungsstiege in der Thalhaimergasse 33 mit Garconnieren und den typischen Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnungen ohne private Nassräume errichtet. Im Gegensatz zur einfachen Ausstattung der Wohnungen ist die Fassade des Wohnhauses reich verziert. Im Oktober 1924 erwarb die Gemeinde Wien das Gebäude von der Eigentümerin Karoline Matschinger. 1987 wurden die bestehenden 32 Wohnungen durch Zusammenlegung auf zeitgemäß ausgestattete 18 Wohnungen reduziert.

Die Architektur

Die für Gemeindebauten untypische Jugendstilfassade in der Thalhaimergasse 35 weist neun Fensterachsen auf und ist vier Geschoße hoch. Die Erdgeschoßzone ist horizontal genutet und beherbergt ein Geschäftslokal. Die vierzonige Wandgliederung wird durch verblechte Gesimsstreifen horizontal akzentuiert, welche gleichzeitig die Geschoße optisch voneinander trennen. Die hell verputzte Fassade lehnt sich an klassische Vorlagen an - Pilaster, korinthische Kapitelle, Masken, Blattwerkfries, Zahn- und Eierstab - und wird durch abwechselnd gefüllte Fensterbrüstungen, Arabesken und Blumenschmuck plastisch und farblich hervorgehoben. Eine besonders reiche Verzierung betont die über drei Fensterachsen reichende Mittelzone.

Der Name

Die Thalhaimergasse wurde 1897 nach Gregor Thalhaimer, einem Pfarrer von Ottakring um 1484, benannt.

Sanierung

von 1989 bis 1991

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1989 bis 1991 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Erneuerung von Dach, Fenstern und Türen umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade. Außerdem wurde ein neuer Spielplatz errichtet. Die Kosten beliefen sich auf 1.130.717 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alois Matschinger - Über die Ausbildung des Architekten und Stadtbaumeisters Alois Matschinger (1849-1912) gibt es keine Informationen. In Wien errichtete er unter anderem die Wohnhäuser Thalhaimergasse 33, 35, 37 und 39 in Wien 16 (1906) und Vinzenzgasse 24 in Wien 18 (1903).

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