Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Bachgasse 38

Fakten

Bachgasse 38

Bachgasse 38, 1160 Wien

Baujahr: 1897-1898

Wohnungen: 7

Architekt: Thomas Hofer

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Im Februar des Jahres 1991 lag bereits die Bewilligung zum Abbruch einer 1897 errichteten und mittlerweile desolaten Liegenschaft vor. Zwei Mitbesitzer weigerten sich allerdings, das Haus abbrechen zu lassen: Es sollte wie die Nachbarhäuser saniert werden, um somit das Ensemble zu erhalten. Nach einem Prozess gegen die Gemeinde Wien wurde das Haus Bachgasse 38 mit Mitteln des WWSFG instand gesetzt. Die Baubewilligung zur Totalsanierung datiert aus dem Jahr 1993, bereits 1995 konnte das Gebäude wieder bezogen werden.

Die Architektur

Das reich dekorierte, viergeschoßige, in den Farben Weiß und Rosa gehaltene Wohnhaus aus der Zeit des Historismus weist insgesamt sieben Fensterachsen auf, die sämtlich gleich gestaltet sind. Auf die Betonung der Mitte wurde bewusst verzichtet, was auch die Verschiebung des Eingangsportals in die äußerste linke Achse zeigt. Über einem hohen, genuteten Sockel und einer mit Rustika versehenen Erdgeschoßzone erheben sich die beiden mittels Zwischengesimsen von der restlichen Fassade getrennten Hauptgeschoße. Der erste Stock ist in Anlehnung an ein Piano Nobile mit besonders reich gestalteten Fenstereinfassungen und an den Parapeten mit Festons versehen, auch die Fenster der übrigen Geschoße sind mit unterschiedlichem Dekor geschmückt, wobei besonders die Bacchanten im Erdgeschoß zu nennen sind. Den oberen Abschluss der Fassade bilden ein ornamentaler Fries sowie ein Kranzgesims.

Der Name

Die Bachgasse, ehemals "Am Liebhartsgraben", trägt seit 1864 ihren heutigen Namen. Sie wurde nach dem seit 1847 eingewölbten Ottakringer Bach benannt, der im Bereich der Bachgasse noch bis 1881 offen war.

Sanierung

von 1994 bis 1995

Die Sanierung der Wohnhausanlage erfolgte in den Jahren 1994 und 1995. Die Kosten beliefen sich auf 522.736 Euro, davon konnten 335.531 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Thomas Hofer - Der Baumeister Thomas Hofer plante und errichtete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Wohnhäuser in Wien 16, wie etwa die Häuser Bachgasse 5 (1878) und Hasnergasse 27 (1883). Er starb 1895 im Alter von 69 Jahren, der Betrieb wurde danach von seiner Witwe Anna Hofer weitergeführt.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+