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Dadlergasse 17

Fakten

Dadlergasse 17

Dadlergasse 17, 1150 Wien

Baujahr: 1982-1984

Wohnungen: 50

Architekt: Erich Boltenstern

Weitere Adressen

Grimmgasse 46, 1150 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

An der Stelle des Gemeindebaus befand sich ursprünglich ein Wohnhaus mit 38 Wohnungen und 12 Lokalen, das 1978 abgetragen wurde. Der vor dem Gebäude liegende Schwendermarkt besteht seit 1833 und wurde vor allem von den Bauern aus den angrenzenden Bezirken beliefert. Ganz in der Nähe befand sich das Vergnügungsetablissement von Carl Schwender, auch Schwenders Kolosseum genannt, in dem Theateraufführungen und Bälle stattfanden. Der Betrieb wurde 1897 geschlossen, das Gebäude 1898 demoliert.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage setzt sich aus drei Baublöcken auf U-förmigem Grundriss zusammen und wird über je eine Stiege in der Dadler- und Grimmgasse erschlossen. Der an der Schwendergasse gelegene Bauteil erstreckt sich über sechs Geschoße, die Bauteile in der Grimm- und Dadlergasse wurden bewusst nur fünfgeschoßig gehalten, um eine bessere Beleuchtung des Innenhofs durch Sonnenlicht zu gewährleisten. Während die Fassade auf die Schwendergasse unprätentiös gestaltet ist, überraschen die Fronten auf die Dadler- und Grimmgasse durch lange, an Fabriksgebäude erinnernde Fensterreihen, die für die ungewöhnlich helle und freundliche Beleuchtung der dahinter liegenden Hausflure sorgen.

Der Name

Die Dadlergasse wurde 1863 nach dem Tuchfabrikanten und Pottasche-Erzeuger Franz Wenzel Dadler benannt. Dadler hatte 1799 die Besitzung "Braunhirschen", einen die heutige Dadlergasse umgebenden Vorort, angekauft und steigerte durch Parzellierung die Bautätigkeit in diesem Gebiet. Auf Dadlers Initiative geht somit die Besiedelung der Gegend zurück.

Architekten

Erich Boltenstern - Erich Boltenstern (1896-1991) schloss 1922 sein Studium an der Technischen Hochschule ab und arbeitete im Anschluss unter anderem im Atelier von Hans Poelzig in Berlin, im Büro Theiß & Jaksch in Wien und bei der Eisenbahnverwaltung in Barcelona. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war er auch lehrend an der Wiener Kunstgewerbeschule und an der Akademie der bildenden Künste tätig. Sein erster großer Auftrag aus dieser Zeit war das heute stark veränderte Restaurant am Wiener Kahlenberg (1934-1937). Nach seiner Rückkehr aus dem Exil leitete er ab 1945 stellvertretend die Meisterklasse an der Akademie der bildenden Künste und wurde bald auch an die TH Wien berufen, wo er bis 1968 Professor für Wohnbau war. Boltenstern war einer der wichtigsten Architekten des Wiederaufbaus. Er leitete unter anderem den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper (Wien 1, 1948-1955) und der Böhmischen Hofkanzlei am Judenplatz (Wien 1, 1946/47). Er entwarf das neue "Hotel Europa" am Neuen Markt (Wien 1, 1947-1958) und das erste moderne Hochhaus Wiens, den Ringturm am Schottenring (Wien 1, 1953-1955).

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