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Grimmgasse 15

Fakten

Grimmgasse 15

Grimmgasse 15, 1150 Wien

Baujahr: 1981-1983

Wohnungen: 17

Architekt: Gabor Fettik, Walter Olensky

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Besiedlung der Gegend geht auf den Tuchfabrikanten und Pottasche-Erzeuger Franz Wenzel Dadler zurück. Er kaufte 1799 die Besitzung "Braunhirschen", einen die parallel zur Grimmgasse liegende Braunhirschengasse umgebenden Vorort, und hob durch Parzellierung die Bautätigkeit im Gebiet. Auf Dadlers Initiative geht somit die Besiedelung der Gegend zurück. Für die Errichtung des Neubaus wurde ein Althaus aus dem 19. Jahrhundert abgerissen.

Die Architektur

Die Fassade der Baulückenverbauung passt sich an die benachbarten Gemeindebauten an, dennoch können durch die verschiedene Bauzeit bedingte Unterschiede ausgemacht werden. Links der Wohnhausanlage liegt der Alois-Küblböck-Hof (1965-67), rechts ein Gemeindebau aus den Jahren 1952-1953. Gemeinsam ist den drei Gebäuden die glatt verputzte, unverzierte Fassade, eine Form, zu der man sich im sozialen Gemeindebau nicht zuletzt aus Kostengründen seit Ende der 1950er-Jahre sehr oft entschlossen hatte. Während die Fassade des Gemeindebaus von 1952-53 und jene des Alois-Küblböck-Hofs noch streng symmetrisch angelegt sind und die Bauflucht nicht verlassen, wird in die Straßenfront der Grimmgasse 15 mit einem farblich abgesetzten und räumlich leicht vorspringenden, die fünf Obergeschoße überspannenden Bauteil ein asymmetrisches und die Bauflucht sprengendes Element eingeführt. Unterschiede lassen sich aber natürlich auch im Inneren feststellen: Die Wohnungen im Gemeindebau von 1952-53 sind ca. 36-50 Quadratmeter groß, jene in der Grimmgasse 15 ca. 70-110 Quadrameter. Diese bemerkenswerten Unterschiede lassen sich einerseits auf gewandelte Bedürfnisse zurückführen, andererseits verdeutlichen sie, dass der Gemeindebau in den Jahren nach dem Krieg auf schnelle, nicht auf luxuriöse Wohnraumbeschaffung ausgerichtet sein musste.

Der Name

Die Wohnhausanlage selbst wurde nicht benannt. Die Grimmgasse, ehemals Fischergasse, wurde 1894 nach den Sprachforschern und Sammlern von deutschen Hausmärchen Jakob L. (1785-1863) und Wilhelm K. Grimm (1786-1859) benannt.

Architekten

Gabor Fettik - Gabor Fettik (geb. 1936 in Ungarn) studierte an der Technischen Hochschule Wien unter anderem bei Karl Schwanzer und Karl Kupsky (Diplom 1966). Nach Anstellungen in diversen Architekturbüros machte sich Gabor Fettik 1972 als Architekt selbständig. Für die Gemeinde Wien entwarf er im Laufe seiner langen Karriere mehrere Wohnhausanlagen, wie etwa in Wien 5 die Wohnhäuser Jahngasse 34 (1987-1989) und Jahngasse 32 (1990/91) und in Wien 15 die Anlagen Grimmgasse 4 (1978-1980) und Grimmgasse 15 (1981-1983, zusammen mit Walter Olensky).

Walter Olensky - Walter Olensky (geb. 1922) studierte ab 1946 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Erich Boltenstern. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlage Grimmgasse 19 in Wien 15 (1978-1980). Das ab 1981 errichtete Wohnhaus Grimmgasse 15 plante er gemeinsam mit Gabor Fettik.

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