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Grimmgasse 8

Fakten

Grimmgasse 8

Grimmgasse 8, 1150 Wien

Baujahr: 1978-1980

Wohnungen: 13

Architekt: Gerhard Kleindienst

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

Die Grimmgasse verläuft parallel zur Braunhirschengasse. Die Besiedlung dieser Gegend geht auf den Tuchfabrikanten und Pottasche-Erzeuger Franz Wenzel Dadler zurück. Er kaufte 1799 die Besitzung "Braunhirschen", einen die Braunhirschengasse umgebenden Vorort, und kurbelte durch Parzellierung die Bautätigkeit in diesem Gebiet an. An der Stelle des heutigen Gemeindebaus stand ursprünglich ein viergeschoßiges, im 19. Jahrhundert errichtetes Wohnhaus mit 30 Wohnungen und einem Lokal, das 1977 abgerissen wurde.

Die Architektur

Der blockartige Wohnbau schließt rechts an das Nachbargebäude an, während die linke Seite frei steht. Ein fünf Meter breiter Vorgarten trennt die Anlage von der Straße. Das fünfgeschoßige Gebäude wird über ein innen liegendes Stiegenhaus und eine Liftanlage erschlossen. Das Erdgeschoß beherbergt eine Atelierwohnung sowie einen Kinderspielraum, das fünfte Obergeschoß ist als Terrassengeschoß ausgeführt. Die Wohnräume sind straßenseitig angelegt, während die Schlafräume zur ruhigen Hofseite hin ausgerichtet sind. Sowohl die Straßen- als auch die Hoffassade des Hauses wird von Erkern bestimmt: einem dreigeschoßigen Erker an der Straßenseite und zwei viergeschoßigen Erkern an der Hofseite. Terrassen schließen die Erker nach oben hin ab. Im begrünten Hof befindet sich ein Kinderspielplatz, die Beheizung des Hauses erfolgt über Fernwärme.

Der Name

Die Wohnhausanlage hat keinen eigenen Namen. Die Grimmgasse, ehemals Fischergasse, wurde 1894 nach den Sprachforschern und Sammlern von deutschen Hausmärchen Jakob L. (1785-1863) und Wilhelm K. Grimm (1786-1859) benannt.

Architekten

Gerhard Kleindienst - Gerhard Kleindienst (geb. 1939) studierte von 1958 bis 1966 an der Technischen Hochschule Wien. Er arbeitete zunächst in verschiedenen Büros mit, bevor er sich 1974 als Architekt selbständig machte. Kleindienst war vor allem im Wohnbau tätig; sein bedeutendstes Bauwerk ist der zusammen mit Hermann Kittel geplante Wohnpark Sandleiten in Wien 16 (Sandleitengasse 37, 1985-1989).

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