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Anschützgasse 4a

Fakten

Anschützgasse 4a

Anschützgasse 4a, 1150 Wien

Baujahr: 1975-1976

Wohnungen: 48

Architekt: Helmuth Frank, Gabor Fettik

Weitere Adressen

Anschützgasse 6, 1150 Wien

Hollergasse 13, 1150 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Auf dem Areal der heutigen Wohnhausanlage befand sich ursprünglich ein Holzlagerplatz der Wiener Verkehrsbetriebe. Die Gegend im Bereich Anschützgasse wurde lange Zeit von der um 1870 errichteten Hauptwerkstätte der Wiener Verkehrsbetriebe bestimmt. Auf dem zwischen den Straßenzügen Weiglgasse - Siebeneichengasse - Anschützgasse - Jheringgasse liegenden Platz wurde in den Jahren 1976 bis 1980 die von Wilhelm Holzbauer entworfene Wohnhausanlage "Wohnen Morgen" errichtet.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage verbindet die Anschützgasse und die Hollergasse durch zwei dem Straßenzug folgende Baublöcke mit insgesamt 48 Wohneinheiten, die von einem Wechsel vertikaler und horizontaler Elementen bestimmt werden. Gliedernd wirken vor allem die straßenseitig angelegten Stiegenhäuser, welche die Bauflucht nach oben hin sprengen. Die beiden Wohnblöcke umschließen einen begrünten, mit Sitzgelegenheiten und Kinderspielplatz ausgestatteten Innenhof. Hofseitig verfügen die Wohnungen der Obergeschoße über Balkone, die Wohnungen im Dachgeschoß über Terrassen. Zu jedem Bauteil gehört eine eigene Tiefgarage.

Der Name

Die Anschützgasse, ehemals Kaisergasse, wurde 1894 nach dem Burgschauspieler, Regisseur und Schriftsteller Heinrich Johann Immanuel Anschütz (1785-1865) benannt. Anschütz kam 1821 ans Wiener Burgtheater und war dort bis kurz vor seinem Tod tätig.

Sanierung

von 2003 bis 2004

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 und 2004 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 447.800 Euro, davon konnten 149.266 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Helmuth Frank - Helmuth Frank (geb. 1936) legte die erste Staatsprüfung seines Architekturstudiums an der Technischen Universität Wien ab, wechselte dann jedoch an die Akademie der bildenden Künste, wo er bei Roland Rainer studierte und 1964 sein Diplom erhielt. Helmuth Frank arbeitete zunächst im Büro seines Vaters Friedrich Frank mit. Dort war er etwa an der Errichtung des SOS-Kinderdorfes in Hinterbrühl (NÖ) beteiligt. Als selbständiger Architekt ab 1972 widmete er sich vor allem dem Gewerbebau. Unter anderem entwarf er in Wien 3 das Geotechnische Institut im Arsenal und in einer Arbeitsgemeinschaft die Prüfstelle für Waffen und Munition in Felixdorf (NÖ). Für die UNIDO führte Helmuth Frank in Jemen Projekte für die Aufschließung von Gewerbegebieten durch.

Gabor Fettik - Gabor Fettik (geb. 1936 in Ungarn) studierte an der Technischen Hochschule Wien unter anderem bei Karl Schwanzer und Karl Kupsky (Diplom 1966). Nach Anstellungen in diversen Architekturbüros machte sich Gabor Fettik 1972 als Architekt selbständig. Für die Gemeinde Wien entwarf er im Laufe seiner langen Karriere mehrere Wohnhausanlagen, wie etwa in Wien 5 die Wohnhäuser Jahngasse 34 (1987-1989) und Jahngasse 32 (1990/91) und in Wien 15 die Anlagen Grimmgasse 4 (1978-1980) und Grimmgasse 15 (1981-1983, zusammen mit Walter Olensky).

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