Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Sturzgasse 14

Fakten

Sturzgasse 14

Sturzgasse 14, 1150 Wien

Baujahr: 1975-1977

Wohnungen: 12

Architekt: Walter Jaksch

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

An Stelle der Wohnhausanlage stand ursprünglich ein dreigeschoßiges Althaus, das 1974 abgerissen wurde. Im selben Jahr erging der Beschluss zum Neubau eines Gemeindebaus.
Die Wohnanlage schließt direkt an den ebenfalls von Architekt Walter Jaksch in den Jahren 1969-1973 errichteten Franz-Kinkor-Hof an, der die Sturzgasse mit der Johnstraße verbindet.
Nicht weit entfernt finden sich mit den Wohnhausanlagen Sturzgasse 29 und Nobilegasse 36 die ersten Neubauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Bezirk errichtet wurden.

Die Architektur

Die den Tendenzen der Bauzeit entsprechende, schlichte Straßenfassade wird von der großzügigen Fensterachse des Stiegenhauses bestimmt. Eine ähnliche Lösung findet sich im Werk von Jaksch etwa an der Wohnhausanlage Goldschlagstraße 107. Jaksch verzichtet auf eine Verzierung der Fassade im Detail, bestimmend ist vielmehr die große Form, die Symmetrie der Fensterachsen um das mittig gelegene Stiegenhaus. Dasselbe Prinzip findet sich auch an der Hoffassade: Hier wird der mittlere Baublock links und rechts durch Loggien gerahmt. Mit einer Größe von etwa 80 Quadratmetern entsprechen die Wohnungen den in den 1970er-Jahren aufkommenden Ansprüchen, die Beheizung erfolgt über die Zentralheizung des Franz-Kinkor-Hofes.

Der Name

Der Gemeindebau selbst wurde nicht benannt. Die Sturzgasse erhielt ihren Namen 1874 aufgrund ihres steilen Verlaufes.

Sanierung

von 1999 bis 1999

Die Wohnhausanlage wurde 1999 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Walter Jaksch - Walter Jaksch (1912-1998) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Bereits 1937 trat er in das von seinem Vater Hans Jaksch mitbegründete und in der Zwischenkriegszeit überaus erfolgreiche Architekturbüro Theiss & Jaksch als Bauleiter ein. 1939 wurde er jedoch zur Wehrmacht eingezogen und war später im NS-Rüstungsbau tätig. Nach Kriegsende war Walter Jaksch zunächst mehrere Jahre selbständig, trat jedoch 1954 wieder in das Büro seines Vaters ein. Zu seinen bedeutendsten Aufträgen zählen unter anderem der Umbau der Nationalbibliothek in Wien 1 (mit Margarete Scherer-Gressenbauer und Horst Gressenbauer, 1959-1966) und die Bauleitung bei der Errichtung des Hotels Intercontinental, Am Heumarkt in Wien 3 (mit Carl Appel und Holabird & Root, 1960-1962).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+