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Clementinengasse 6

Fakten

Clementinengasse 6

Clementinengasse 6, 1150 Wien

Baujahr: 1974-1975

Wohnungen: 12

Architekt: Josef Seeberger

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Bei dem Vorgängerbau der heute bestehenden Anlage handelte es sich um ein dreistöckiges Wohnhaus mit hofseitigen eisernen Pawlatschengängen, das in den 1870er-Jahren erbaut worden war. Bis 1944 befand sich im Erdgeschoß ein Geschäftslokal, das in Folge in eine Wohnung umgewandelt wurde. Aus dem Jahr 1964 liegen Einreichpläne für eine Instandsetzung des Wohnbaus vor, die jedoch scheinbar nicht durchgeführt wurde. Denn die Abbruchbewilligung für das Haus datiert aus dem Jahr 1970 und die Baubewilligung für das heutige Wohnhaus wurde bereits vier Jahre später erteilt.

Die Architektur

Bei dem fünfgeschoßigen Wohnhaus aus den Jahren 1974-75 handelt es sich um einen Bau des Architekten Josef Seeberger, der für mehrere Wohnhäuser der Gemeinde Wien in der näheren Umgebung verantwortlich zeichnet. Die Anlage gliedert sich in eine Erdgeschoßzone, vier vollkommen ident gestaltete Obergeschoße und ein abschließendes zurückspringendes Terrassengeschoß. Das mit grobem Kratzputz versehene Erdgeschoß weist 12 in zwei Reihen angeordnete kreisrunde Öffnungen auf, die der Belichtung und Belüftung des Müllraums dienen. Der Architekt setzte diese an sich funktionellen Elemente bei mehreren seiner Bauten der 1970er-Jahre ein und verleiht ihnen beinahe dekorativen Charakter. Besondere Akzentuierung erfährt die Wohnhausanlage jedoch durch ihre horizontale Gliederung mittels leicht eingerückter "Fensterbänder", bei denen sich Fensteröffnungen und blinde Felder mit farbigen (hier braunen) Verkleidungen abwechseln - auch dies eine Gestaltung, die bei mehreren Bauten Josef Seebergers zu finden ist.

Der Name

Namensgeberin der Gasse ist Clementine Pereira, die der Westbahngesellschaft um drei Millionen Gulden Gründe verkauft hatte. Die Clementinengasse, vormals Schwanengasse, trägt ihren Namen seit 1894. Im Verlauf der heutigen Clementinengasse entstanden 1701 die ersten fünf Häuser, die dem späteren Vorort, Bezirk und nunmehrigen Bezirksteil Fünfhaus seinen Namen gaben.

Sanierung

von 1993 bis 1993

In der Wohnhausanlage wurden 1993 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Josef Seeberger - Josef Seeberger (1910-1981) studierte von 1928 bis 1935 an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1938 auch promovierte. Für die Gemeinde Wien entwarf er von den 1950er- bis in die 1970er-Jahre zahlreiche Wohnhausanlagen, wie etwa den Karl-Czernetz-Hof in Wien 15, Clementinengasse 11-17 (1976-1978), und die Wohnhäuser Magdalenenstraße 3-7 in Wien 6 (1964-1966) und Breitenfurter Straße 437 in Wien 23 (1950).

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