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Meiselstraße 36-42

Fakten

Meiselstraße 36-42

Meiselstraße 36-42, 1150 Wien

Baujahr: 1974-1977

Wohnungen: 65

Architekt: Friedrich Pangratz, Rolf Simlinger

Weitere Adressen

Flachgasse 50, 1150 Wien

Nobilegasse 45, 1150 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Im 15. Wiener Gemeindebezirk wurde in der Zwischenkriegszeit eine große Anzahl an Gemeindebauten errichtet; eine Entwicklung, der der Zweite Weltkrieg ein Ende setzte. Die ab 1974 errichtete Wohnhausanlage Meiselstraße 36-42 befindet sich in unmittelbarer Nähe der Wohnhausanlagen Nobilegasse 36 und Sturzgasse 29 - die ersten Neubauten in diesem Bezirk nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Architektur

Die über vier Stiegenhäuser erschlossene Wohnhausanlage besteht aus zwei baulich einander angepassten Baukörpern, die von zwei verschiedenen Architekten entworfen wurden. Friedrich Pangratz zeichnet für den Bauteil Meiselstraße 36-40 verantwortlich, Rolf Simlinger für die Meiselstraße 42. Der Gemeindebau umspannt den ganzen Häuserblock zwischen Nobilegasse und Flachgasse und umschließt einen schmalen Innenhof. Typisch für die Bauzeit ist die unprätentiöse Gliederung der Fassade in eine Sockelzone und die darüberliegenden Obergeschoße, der glatte Verputz der Wandflächen und der Abschluss nach oben durch ein Terrassengeschoß. Am Haus Meiselstraße 42 wurden als schmückende Elemente Blumentröge angebracht.

... und die Kunst

An der Wand im Durchgang zum Innenhof auf der Höhe Meiselstraße 36 befindet sich ein "Komposition" betitelter Mosaikfries der Malerin und Graphikerin Sabine Weiger. Sie wurde 1941 in Stuttgart geboren und lebt und arbeitet in Österreich.

Der Name

Die Wohnhausanlage selbst hat keinen Namen. Die Meiselstraße, vorher Obere Märzstraße, wurde 1892 nach Johann Meisel (1821-1890), Kanzleidirektor und Ehrenbürger von Rudolfsheim, benannt.

Sanierung

von 1995 bis 1996

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1995 und 1996 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Friedrich Pangratz - Friedrich Pangratz (1910-1997) studierte von 1928 bis 1932 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1933 die zweite Staatsprüfung ablegte. Friedrich Pangratz war für die Gemeinde Wien vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren an der Realisierung zahlreicher Wohnhausanlagen beteiligt. Eigenständig entwarf er unter anderem die Wohnhäuser Fasangasse 35-37 in Wien 3 (1954/55) und Krottenbachstraße 39-41 in Wien 19 (1954/55).

Rolf Simlinger - Rolf Simlinger (geb. 1931) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1965 zum Thema "Wiens Wachstum seit dem Niederreißen der Festungsmauern (1858-1914)" auch promovierte. Für die Gemeinde Wien plante er zusammen mit Fritz G. Mayr etwa die Wohnhausanlage Beheimgasse 59 in Wien 17 (1989/90).

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