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Tellgasse 18

Fakten

Tellgasse 18

Tellgasse 18, 1150 Wien

Baujahr: 1959-1960

Wohnungen: 14

Architekt: Franz Peck

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wohnhausanlage befindet sich im so genannten Nibelungenviertel, das seinen Namen aufgrund der vielen auf das Nibelungenlied zurückgehenden Namen von Gassen und Plätzen in der Gegend erhielt. Ehemals der östliche Teil des Exerzier- und Paradeplatzes Schmelz wurde das zwischen Hütteldorfer Straße, Gablenzgasse, Stutterheimstraße und Vogelweidplatz liegende Gebiet ab 1910 zur Besiedelung freigegeben und durch großbürgerliche Mietshäuser verbaut. Diese Bautätigkeit wurde durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges unterbrochen, die dadurch bestehenden Baulücken wurden in der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg durch Gemeindebauten geschlossen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage präsentiert sich äußerlich als typisches Beispiel für die Architektur des sozialen Gemeindebaus im Wien der 1950er-Jahre, die mit der Tradition der Gemeindebau-Architektur der Zwischenkriegszeit bricht. Eine ganze Reihe von Wohnhausanlagen, vornehmlich Eck- und Lückenverbauungen, entsprechen diesem Schema: Über einem niedrigen Sockel erhebt sich die glatte Fassade des fünfgeschoßigen Gebäudes, an der einzig Fensterfaschen als schmückendes Element verwendet werden. Das Wohnhaus wird über ein gassenseitig gelegenes Stiegenhaus erschlossen, über diesen Eingang ist auch der begrünte Hof direkt zugänglich.

Der Name

Die Tellgasse wurde 1912 nach dem Tischler Peter Tell benannt. Tell wurde 1809 von den Franzosen erschossen, weil er sich in einem Streit zwischen der Besatzungsmacht und Wiener Bürgern auf die Seite der Bürger stellte und einem französischen Offizier den Säbel zerbrach.

Architekten

Franz Peck - Franz Peck (1907-1967) studierte von 1927 bis 1933 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Nach seinen Plänen wurden unter anderem für die Gemeinde Wien die Wohnhäuser Tellgasse 18 in Wien 15 (1959/60) und Heinestraße 5-7 in Wien 2 (1957-1962) errichtet.