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Jheringgasse 3-5

Fakten

Jheringgasse 3-5

Jheringgasse 3-5, 1150 Wien

Baujahr: 1940-1941

Wohnungen: 35

Wohnen in Wien

1938 wurde der Nationalsozialist Hermann Neubacher aus dem Bauressort Wiener Bürgermeister. Die nationalsozialistischen Stadtplaner wälzten pompöse Ideen und Pläne - in erster Linie Propagandamaßnahmen. Die systematische Zerstörung jüdischen Eigentums und Enteignungen - auch von Gemeindewohnungen - waren Teil dieser Stadtplanung. Während einige Architekten ihre Lizenz verloren, wurden andere mit der Errichtung von Volkswohnhäusern, Kasernen und Rüstungsbauten beauftragt. Entgegen den anfänglichen Plänen wurde mehr in Kriegsbauten als in den Wohnbau investiert - die heute noch existierenden Flaktürme wurden errichtet. Ab 1941 wurde die Bautätigkeit kriegsbedingt größtenteils eingestellt und die Strukturen der Stadtplanung wurden aufgelöst. Die Zerstörung großer Teile Wiens war Folge des Krieges.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt in unmittelbarer Nähe des nach dem Chemiker Freiherr Carl Auer von Welsbach benannten Auer-Welsbach-Parks, der 1890 im englischen Stil angelegt wurde. In dem rund 110.000 Quadratmeter großen Landschaftspark findet sich ein echtes Stück Stadtwildnis: Pflanzen und Tiere konnten sich auf der Fläche eines in den 1990er-Jahren zugeschütteten Kinderfreibads ungestört entfalten. Die Jheringgasse wurde in den Jahren um 1900 bis 1905 mit späthistoristisch sezessionistischen Zinshäusern bebaut, die von Nummer 7 bis Nummer 23 geschlossen erhalten sind.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage gehört zu den wenigen während des Zweiten Weltkriegs errichteten Gemeindebauten im 15. Wiener Gemeindebezirk. Die schlichte Straßenfassade gliedert sich in ein gebändertes Sockelgeschoß, vier darüber liegende Obergeschoße mit glatt verputzter Außenwand sowie ein ab 1997 mit sechs Wohnungen ausgebautes Dachgeschoß. Einen Blickfang stellt das Segmentbogenportal mit hölzernem Gitter dar, das in den Hof der Anlage führt. Über diesen sind die drei Stiegenhäuser erreichbar. Auch die Hoffront ist schlicht gestaltet, das originale Erscheinungsbild wurde durch den Zubau von zwei Liftschächten nur leicht abgeändert.

Der Name

Die Jheringgasse, ehemals Rochusgasse, wurde 1894 nach Rudolf von Jhering (1818-1892) benannt, einem Rechtshistoriker, der 1868-1872 eine Professur für römisches Recht an der Universität Wien innehatte.

Sanierung

von 1996 bis 1999

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1996 bis 1999 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Im Dachgeschoß entstanden sechs neue Wohnungen. Die Kosten beliefen sich auf 1.264.600 Euro, davon konnten 843.512 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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