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Tautenhayngasse 28

Fakten

Tautenhayngasse 28

Tautenhayngasse 28, 1150 Wien

Baujahr: 1935-1936

Wohnungen: 152

Architekt: Franz Wiesmann

Weitere Adressen

Oeverseestraße 61, 1150 Wien

Minciostraße 6-8, 1150 Wien

Küchelbeckergasse 1, 1150 Wien

Wohnen in Wien

Aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage verschlechterten sich die Rahmenbedingungen für den kommunalen Wohnbau massiv. Dazu kam, dass die Stadt Wien mit der Ausschaltung des Parlaments und der Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung 1934 den Status als eigenes Bundesland verlor, es wurde zur "bundesunmittelbaren Stadt" erklärt, die demokratische Stadtverwaltung des Amtes enthoben. Von Regierungsseite starteten Aktionen zur Errichtung von Erwerbslosensiedlungen in Randgebieten.

Geschichte

Zu Beginn der 1930er und im Ständestaat geriet der soziale Wohnbau in eine tiefe Krise. Einzig für kinderreiche, von Obdachlosigkeit bedrohte Familien errichtete die Regierung in Wien sieben Familienasyle mit insgesamt ca. 1.000 Wohnungen. Der Standard dieser Anlagen fiel jedoch weit hinter jenen des Wohnbauprogramms des "Roten Wien" zurück: so wurden in die Anlagen etwa erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Stadt Wien Gasleitungen verlegt.

Die Architektur

Das Familienasyl in der Tautenhayngasse umfasst einen ganzen Baublock, dessen eigentliche Schauseite mit Skulptur und Schriftzug der Gemeinde gegen Nordwesten gerichtet ist. Die Gassen- und Hoffronten der viergeschossigen Anlage wurden ohne jedes Dekor und äußerst sparsam gestaltet. Dies entsprach einerseits den fehlenden finanziellen Möglichkeiten, andererseits jedoch auch den stilistischen Tendenzen der Zeit. Auffallend ist auch heute noch die großzügige Anlage des Hofes, während die Hoffassaden durch den Einbau von Lifttürmen ihre ursprünglichen Proportionen verloren haben. Im Inneren war der Bau ursprünglich freilich alles andere als großzügig: in den heillos überbelegten Kleinstwohnungen ohne Gas und Strom herrschten schwer vorstellbare Zustände - heute steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.

... und die Kunst

An der Nordwestecke des Baus befindet sich eine von Anton Endstorfer (1880-1960) geschaffene Sandsteinfigur des Hl. Engelbert. Der akademische Bildhauer Endstorfer schuf auch die namensgebenden Figuren für die Familienasyle St. Richard und St. Elisabeth.

Der Name

Wie alle anderen Familienasyle wurde die Anlage nach einem Heiligen benannt. Die Tautenhayngasse erhielt 1912 ihren Namen nach dem Medailleur und Bildhauer Josef Tautenhayn (1837-1911), Professor an der Akademie der bildenden Künste.

Sanierung

von 1987 bis 1993

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1990 bis 1993 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 3.358.358 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Wiesmann - Franz Wiesmann (1888-1959) studierte von 1907 bis 1913 an der Technischen Universität Wien. Nachdem er eine kurze Zeitspanne als freier Architekt in Baden tätig gewesen war, erhielt er 1914 eine Anstellung am Wiener Stadtbauamt und gehörte diesem bis zu seiner Pensionierung an. Zahlreiche Wohnhausanlagen der Zwischenkriegszeit entstanden nach seinen Plänen.

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