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Braunhirschengasse 12-20

Fakten

Braunhirschengasse 12-20

Braunhirschengasse 12-20, 1150 Wien

Baujahr: 1957-1959

Wohnungen: 43

Architekt: Ulrike Manhardt, Emil Hoppe

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Tuchfabrikant und Pottasche-Erzeuger Franz Wenzel Dadler kaufte 1799 die Besitzung "Braunhirschen", einen die Braunhirschengasse umgebenden Vorort, und kurbelte durch Parzellierung die Bautätigkeit in diesem Gebiet an. Auf Dadlers Tätigkeit geht somit die Besiedelung der Gegend zurück. An der Stelle der Wohnhausanlage Braunhirschengasse 12-20 befanden sich ursprünglich mehrere Althäuser, die für die Errichtung des Neubaus in den 1950er-Jahren abgetragen wurden. Die Parzelle Braunhirschengasse 16 wurde nicht wieder verbaut, sie dient heute als Zugang zu einer Grünanlage.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus zwei jeweils fünfgeschoßigen Baublöcken, die durch eine Grünanlage miteinander verbunden sind und über drei Stiegen erschlossen werden. Die Unterteilung in Sockelgeschoß und Obergeschoße, die Anordnung und Gestaltung der Fenster sowie die Dominanz der glatten Fläche an der Fassade entspricht zwar den stilistischen Tendenzen der 1950er-Jahre, ein Vergleich mit anderen sozialen Gemeindebauten dieser Zeit macht jedoch klare Unterschiede deutlich. So steht der insgesamt sehr helle und durch die farbliche Differenzierung der Fassaden bestimmte Eindruck der Wohnhausanlage in starkem Kontrast zu den oft dunkel gehaltenen Baublöcken vieler Gemeindebauten, die um 1960 errichtet wurden. Dieser freundliche Gesamteindruck wird von dem monumentalen Sgraffito an der Seitenfassade noch verstärkt.

... und die Kunst

Romulus Candea schuf in den Jahren 1958/59 an der Seitenfassade des Baublocks Braunhirschengasse 18-20 das Sgraffito "Baum". Candea wurde 1922 in Rumänien geboren, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und gestaltete mehrere Kunstwerke für Wiener Gemeindebauten. Bekannter sind jedoch seine Illustrationen der Geschichten über die "Stanisläuse" von Vera Ferra-Mikura.

Der Name

Die Wohnhausanlage selbst hat keinen eigenen Namen. Die Braunhirschengasse, ehemals Schmiedgasse, wurde 1894 nach dem alten Vorort Braunhirschen benannt. Die Gasse war ursprünglich eine Allee im Seitengarten von Schloss Plankenau und wurde um 1800 verbaut.

Architekten

Ulrike Manhardt - Ulrike Manhardt (geb. Grom-Rottmayer, 1913-1999) studierte ab 1931 an der Technischen Hochschule Wien, wo sie 1937 die Meisterschule von Siegfried Theiß abschloss. Zusammen mit Emil Hoppe entwarf sie für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlage Braunhirschengasse 12-22 in Wien 15 (1957-1959). Als Bestandteil einer größeren Architektengemeinschaft war sie auch an der Errichtung der Gemeindebauten Deutschordenstraße 7-35 in Wien 14 (1953-1955) beteiligt.

Emil Hoppe - Emil Hoppe (1876-1957) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner, in dessen Atelier er von 1902 bis 1909 beschäftigt war. 1909 gründete Hoppe eine Bürogemeinschaft mit Otto Schönthal, die bis 1938 bestand. Gemeinsam entwarfen sie eine Vielzahl von privaten und öffentlichen Bauten. Ihr bedeutendster Auftrag vor dem Ersten Weltkrieg war die Centralbank der Deutschen Sparkassen Am Hof 3-4 in Wien 1. In den 1920er-Jahren entwarfen sie mehrere Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkten sie zusammen am Wiederaufbau mit. In diesen Jahren entstand auch der Eiselsberg-Hof in Wien 5.

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