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Geyschlägergasse 2-12

Fakten

Geyschlägergasse 2-12

Geyschlägergasse 2-12, 1150 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 58

Architekt: Max Fellerer

Weitere Adressen

Sorbaitgasse 8, 1150 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Areal gehört zum Nibelungenviertel, dem östlichen Teil des ehemaligen Truppen- und Exerzierplatzes Schmelz, das 1910 zur Verbauung freigegeben wurde. Den Bauakten nach war das Grundstück Ecke Geyschlägerstraße/Sorbaitgasse von Beginn an im Besitz der Gemeinde Wien. In den Wintermonaten der Jahre 1911 bis 1922 gab es an dieser Stelle einen privaten Eislaufplatz. Als Auflage zur Betreibung der Sportstätte musste sich der Pächter der Anlage dazu verpflichten, jährlich insgesamt 300 Feikarten für mittellose Kinder des 15. Wiener Gemeindebezirks zur Verfügung zu stellen.

Die Architektur

Der fünfgeschoßige, kaum bekannte Wohnbau von Max Fellerer besticht durch einen harmonisch gestalteten Straßenhof und den gefühlvollen Umgang mit Proportionen. Der abgestufte Bauteil an der Geyschlägerstraße bildet mit seinen zur Straße hin verglasten Eckloggien und den bekrönenden Fahnenmasten einen auffälligen Kontrast zum begrünten Hofbereich, dessen Hauptfassade durch Einzelbalkone charakterisiert ist. Besondere Aufmerksamkeit verdient die rasterförmige Gliederung der Fassade an der Sorbaitgasse, bei der die durchlaufenden Balkone nicht nur horizontal, sondern auch vertikal miteinander verzahnt sind. Die Loggien der äußersten Achse bilden ein markantes Strukturierungselement des Bauteils an der Geyschlägerstraße.

Der Name

Die Straße ist seit 1894 nach Georg Geyschläger (1801-1876) benannt. Er war von 1864 bis 1867 Bürgermeister des Bezirkes Fünfhaus.

Sanierung

von 1996 bis 1997

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1996 und 1997 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Der Einbau der Aufzüge erfolgte bereits ab 1990. Die Kosten beliefen sich auf 1.013.641 Euro, davon konnten 287.097 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Max Fellerer - Max Fellerer (1889-1957) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien und im Anschluss an der Akademie der bildenden Künste bei Otto Wagner. Bereits während des Studiums arbeitete er im Atelier von Josef Hofmann und in der Wiener Werkstätte mit. 1927 wurde Fellerer Assistent von Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste und etwas später Chefarchitekt in dessen Atelier. In dieser Zeit entstand das Gemeindewohnhaus Geyschlägergasse 2-12 in Wien 15 und das Doppelwohnhaus in der Werkbundsiedlung (Woinovichgasse 6-8, Wien 13). Unter dem NS-Regime mit einem Berufsverbot belegt, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg Präsident der Akademie für angewandte Kunst. In Zusammenarbeit mit Eugen Wörle entstanden zahlreiche private Wohnhäuser und Geschäftseinrichtungen. Unter anderem war er auch an der Wiederinstandsetzung des Parlamentsgebäudes und am Plan zur Anlage der Per-Albin-Hansson-Siedlung in Wien 10 beteiligt.

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