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Chrobakgasse 3-5

Fakten

Chrobakgasse 3-5

Chrobakgasse 3-5, 1150 Wien

Baujahr: 1925-1926

Wohnungen: 60

Architekt: Arnold Hatschek

Weitere Adressen

Wurmsergasse 40, 1150 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Um 1910 wurde mit der Besiedelung des Landstreifens zwischen Oeverseestraße und Hütteldorfer Straße begonnen, doch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrach das Bauvorhaben. Die so entstandenen Baulücken wurden in der Zwischenkriegszeit unter anderem durch Gemeindebauten geschlossen. Neben der vom Baustil konservativ wirkenden Chrobakgasse 3-5 entstanden in diesem Gebiet nicht nur für die Zeit typische Wohnanlagen, wie etwa jene in der Pilgerimgasse 4-6, sondern auch der progressive "Heimhof" in der Pilgerimgasse 22-24.

Die Architektur

Die denkmalgeschützte Wohnhausanlage besteht aus einer 44 Meter langen Baulückenverbauung in der Chrobakgasse sowie einer 22 Meter langen Verbauung in der Wurmsergasse. Die beiden Trakte sind über einen Innenhof miteinander verbunden. Die Straßenfassaden beider Bauteile werden - unüblich für einen Gemeindebau jener Zeit - von bürgerlichen Architekturformen und klassizistischer Komposition bestimmt. Über einem massiven, genuteten Sockelgeschoß werden die Obergeschoße von Pilastern vertikal gegliedert. Zwei Balkonachsen, die nach oben in je einem Giebel auslaufen, betonen die Unterteilung der Fassade in einen Mittel- und zwei Seitenteile. Die Hoffassaden wurden etwas einfacher gegliedert; als gliedernde Elemente in der Vertikalen dienen hier vor allem die hervorspringenden drei Stiegenhäuser.

Der Name

Die Chrobakgasse wurde 1912 nach Professor Dr. Rudolf Chrobak (1843-1910), Gynäkologe, Vorstand der II. Frauenklinik, benannt. Chrobak verfasste zahlreiche medizinische Lehrbücher. Die Wurmsergasse wurde 1894 nach Dagobert Sigmund Graf von Wurmser (1724-1797), Feldmarschall und Heerführer im bayerischen Erbfolgekrieg und in den napoleonischen Kriegen, benannt.

Sanierung

von 1996 bis 1997

In den Jahren 1991 bis 1993 wurden die Stiegenhäuser der Wohnhausanlage mit Aufzügen ausgestattet. Die Kosten beliefen sich auf 349.484 Euro, davon konnten 209.690 Euro durch Förderungen gedeckt werden. 1996/97 erfolgte die Neudeckung des Daches und die Erneuerung der Wassersteigleitungen.

Architekten

Arnold Hatschek - Arnold Hatschek (1865-1931) studierte bis 1892 an der Technischen Hochschule Wien, wobei er das Studium immer wieder unterbrach, um in verschiedenen Baubüros zu arbeiten. Im Anschluss war er im Atelier Fellner & Helmer tätig, bevor er sich 1894 als Architekt selbständig machte. Zu seinen wichtigsten Bauten in Wien zählen das Wohn- und Geschäftshaus Tuchlauben 21 in Wien 1 (1905) und das Wohnhaus Taborstraße 20 in Wien 2 (1909).

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