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Hütteldorfer Straße 3-5

Fakten

Hütteldorfer Straße 3-5

Hütteldorfer Straße 3-5, 1150 Wien

Baujahr: 1925

Wohnungen: 68

Architekt: Karl Dirnhuber

Weitere Adressen

Löhrgasse 26-28, 1150 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Zeitgleich mit der Erbauung der Wohnhausanlage wurde auf dem gegenüberliegenden Grundstück des aufgelösten Schmelzer Friedhofes der Märzpark angelegt. Der Name des Parks geht auf die 35 hier bestatteten Toten der Märzrevolution von 1848 zurück. Der Park wurde im Jahre 1928 eröffnet, seit 2004 unterkellert eine Tiefgarage ein Drittel der Anlage.

Die Architektur

Die denkmalgeschützte Wohnhausanlage Hütteldorfer Straße 3-5 schließt einen älteren Zinshausblock gegen die Hütteldorfer Straße/Ecke Löhrgasse ab. Mit einem erhöhten, imposanten Eckbauteil reagiert Architekt Karl Dirnhuber auf einen Blickpunkt, der sich vom Märzpark aus auf das Gebäude ergibt. Während die Ausbildung der Fassade gegen diese überhöhte Ecke hin bewegter gestaltet ist, wurde die Front in der Löhrgasse, in welcher der Haupteingang des Gebäudes liegt, absichtlich schlicht und ruhig gehalten. Der Charakter der gesamten Anlage wird von der von Karl Dirnhuber verwendeten Formensprache der Neuen Sachlichkeit geprägt: Massengliederung und Schatten spielen dabei eine bevorzugte Rolle.

Der Name

Der Bau selbst wurde nicht benannt. Die Hütteldorfer Straße erinnert an den alten Vorortenamen (nach dem 1260 erwähnten Ulrich de Hittendorf, dessen Nachkommen sich Hüttendorf schreiben). Der am Gürtel beginnende, vor der Wohnanlage liegende Abschnitt der Straße hieß bis 1929 allerdings noch Karl-Marx-Straße.

Sanierung

von 2012 bis 2015

Die Sockelsanierung der Wohnhausanlage umfasste unter anderem die Instandsetzung des Daches, den Tausch bzw. die Erneuerung von Fenster und Türen, die Herstellung eines Aufzuges und eines Fahrradraumes sowie die Fassadendämmung. Die Arbeiten begannen 2012 und konnten 2015 abgeschlossen werden.

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1988 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 176.377 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden. Eine Sockelsanierung ist für die kommenden Jahre vorgesehen.

Architekten

Karl Dirnhuber - Karl Dirnhuber (geb. 1889, vermutlich 1944 in London gestorben) studierte an der Technischen Hochschule Wien u.a. bei Karl König und Max Fabiani. Von 1924 bis 1930 war er am Bau von fünf Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt. Sein wichtigstes Projekt in dieser Zeit war die Umgestaltung des Währinger Friedhofs zu einer Parkanlage. 1939 emigrierte Dirnhuber mit seiner Frau nach London.

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