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Pillergasse 6

Fakten

Pillergasse 6

Pillergasse 6, 1150 Wien

Baujahr: 1907-1907

Wohnungen: 9

Architekt: Ignaz Hranicka, Brigitte Ottel

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Die Pillergasse liegt in der ehemals selbständigen Vorortegemeinde Sechshaus, die 1892 in den neu geschaffenen 14. Bezirk eingegliedert wurde. Die Siedlung entstand um 1706 auf bis dahin unverbautem Grund zwischen Sechshauserstraße und Ullmannstraße und wuchs rasch an. Die Franzosenzeit und Epidemien konnten die Entwicklung der Gemeinde nicht bremsen, erst die Revolution von 1848 verursachte ein empfindliches Absinken des Wohlstandes.

Die Architektur

Die sanierte Fassade des im Jahr 1907 errichteten Zinshauses mit vier Geschoßen und einem mittlerweile ausgebauten Dachgeschoß stellt einen Blickfang in der Gasse dar. Ein Gesims trennt das bossierte Erdgeschoß von den drei Obergeschoßen, an denen besonders die abwechselnden Fensterbekrönungen im ersten und zweiten Geschoß sowie die kannelierten Pilaster im dritten Geschoß auffallen. Eine horizontale Gliederung erfährt der Bau durch die Fenster überspannenden Bänder, nach oben hin wird er durch ein vorkragendes Gesims sowie einen volutenbekrönten Giebel abgeschlossen. Im Erdgeschoß befand sich ursprünglich ein Gassenlokal, die Wohnungen bestanden aus einem Zimmer mit Küche, zum Teil mit zusätzlichem Kabinett, die sanitären Einrichtungen befanden sich am Gang.

Der Name

Die Pillergasse, ehemals Wehrgasse, wurde 1894 nach dem Gemeinderat von Sechshaus (1850-1860) und Farbwarenfabrikanten Georg Piller (1789-1873) benannt.

Sanierung

von 1993 bis 1994

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1993 und 1994 Dach, Fenster und Türen erneuert. Die Kosten beliefen sich auf 656.309 Euro, davon konnten 644.107 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Ignaz Hranicka - Der Architekt und Stadtbaumeister Ignaz Hranicka (1847-1909) wurde in Bergenreichenstein (Böhmen) geboren. Sein Büro befand sich um 1900 auf der Mariahilfer Straße 107 in Wien 6. Das einzig bekannte Bauwerk von Hranicka ist das Wohnhaus Pillergasse 6 in Wien 15 (1907).

Brigitte Ottel - Brigitte Ottel wurde 1934 in Wien geboren und studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Seit 1964 arbeitet sie als freischaffende Architektin und ist hauptsächlich im Bereich Schulbauten tätig.

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