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Linzer Straße 397-399

Fakten

Linzer Straße 397-399

Linzer Straße 397-399, 1140 Wien

Baujahr: 1979-1983

Wohnungen: 24

Architekt: Rudolf Lamprecht

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde im Zuge der Stadterneuerung in den 1980er-Jahren errichtet. An ihrer Stelle standen davor zwei Altbauten. Das 1977 abgerissene Haus Nr. 397 war ein typisches Wiener Vorstadthaus mit Geschäften, Wohnungen, Werkstätten und Garten. An der Stelle des Hauses Nr. 399 stand einst das der Gemeinde Hütteldorf gehörende Gasthaus "Zum weißen Lamm", das 1873 bis 1976 zum Gemeindehaus ausgebaut wurde. Im Hof befand sich damals die Feuerwehr Hütteldorf. Das Haus gelangte 1891 in den Besitz der Gemeinde Wien. Bis zum Abriss des baufälligen Altbaus 1976 war hier neben einer Polizeistation auch ein Parteilokal der SPÖ untergebracht.

Die Architektur

Die Wohnanlage besteht aus zwei individuell gestalteten Wohnhäusern, die sich gut in die städtebauliche Struktur des Hütteldorfer Ortskerns einfügen. In Anlehnung an die ältere Bausubstanz ist die Bauhöhe mit vier Geschoßen maßvoll gewählt. Die schlichte Straßenfassade des Hauses Nr. 397 wird mittig durch die vertikale Achse der längsrechteckigen Stiegenhausfenster in zwei Hälften geteilt. Hier steht auch der Fahnenmast. Zu beiden Seiten der Achse befinden sich im Erdgeschoß die Tiefgarageneinfahrt, der Hauseingang sowie ein Geschäftslokal. Die Obergeschoßzone wird durch die Fensteranordnung horizontal gegliedert.

Das Haus Nr. 399 fällt durch seine postmoderne Fassade auf. Die Sockelzone wird durch die vertikal gestreifte Wandstruktur betont und durch ein Geschäftslokal aufgelockert. Der zentrale Hauseingang und die von Rundfenstern flankierten, längsrechteckigen Stiegenhausfenster liegen in einer vertikalen Achse und werden von einem segmentförmigen Giebel überhöht. Regelmäßig angeordnete Wohnungsfenster - einige durch Parapete hervorgehoben - schließen auf beiden Seiten an. Zur Gartenseite hin öffnen sich die beiden Häuser durch großzügige Fenster und Loggien.

Der Name

Die Wohnhausanlage liegt an der seit 1894 so benannten Linzer Straße, der alten Poststraße von Wien Richtung Westen nach Linz, die noch auf die Römerzeit zurückgeht. Davor hieß die Straße in Höhe der Anlage Hauptstraße.

Architekten

Rudolf Lamprecht - Rudolf Lamprecht (geb. 1946 in Wien) studierte von 1964 bis 1972 an der Technischen Universität Wien. Von 1969 bis 1974 war er zunächst Mitarbeiter im Atelier von Hans Hollein und im Anschluss in Köln beim Lichtplaner Hans von Malotki tätig, bevor er sich 1978 als Architekt und Konsulent für Lichtplanung in Wien selbständig machte. Zu seinen bedeutendsten Bauwerken gehören die Wohnanlage Hebbelplatz in Wien 10 (zusammen mit Walter Lagler, 1981-1985) und das Gemeindewohnhaus Linzer Straße 397-399 in Wien 14 (1979-1983). Besondere Verdienste erlangte Rudolf Lamprecht für seine Präsentations- und Beleuchtungskonzepte von Großausstellungen und Museen, wie etwa für das Naturhistorische Museum Wien, das Museum für Angewandte Kunst Wien und das Kunsthistorische Museum Wien, für das er 1993 den Staatspreis Consulting erhielt.

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